Weiswandringe (Achtung!)

Unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt

Im BRV-Handbuch "Reifen, Räder, Recht und mehr..." haben wir unter dem Stichwort Weißwandringe (Achtung) unter Berücksichtigung der gesetzlichen Bauartgenehmigungspflicht (ECE-Kennzeichnung nach ECE-R 30, 54, 75 und EWG-Rl 92/23) für Neureifen und der zur Zeit noch freiwilligen für runderneuerte Reifen (ECE-R 108 und 109) zu diesem Thema Stellung genommen. Grundsätzlich stimmen die folgenden dort gemachten Aussagen nach wie vor: "Weißwandreifen dürfen nur von Produzenten (Neureifenherstellern, Runderneuerern oder Vulkaniseur-Meisterbetrieben) hergestellt werden, die dafür eine entsprechende Bauartgenehmigung besitzen". Allerdings hat sich mittlerweile eine Änderung hinsichtlich des nachträglichen Veränderns von Reifen durch das Aufbringen von Weißwandringen ergeben - im o.g. Abschnitt im Handbuch haben wir noch ausgeführt, dass dies unzulässig ist -, die wir Ihnen hiermit zur Kenntnis und Beachtung geben.

In Abstimmung mit dem KBA wird nunmehr übereinstimmend festgestellt: "Das nachträgliche Aufbringen von "Weißwandringen" (oder "Buntwandringen") im ordnungsgemäßen Heiß-/Warmvulkanisations-Verfahren nach der "Richtlinie für die Instandsetzung von Luftreifen" (§§ 36 und 29 StVZO) - Vkbl. Nr. 05/2001 vom 15. März 2001 - stellt im weitesten Sinne eine fachgerechte Reifenreparatur (Instandsetzung) eines E-(ECE)-gekennzeichneten Pkw-Reifens dar.

Durch diese Reparatur geht zwar wie bei jeder Reparatur die Sachmängelhaftung (früher Gewährleistung) und die Produkthaftung auf den Ausführenden über, der Reifen verliert aber nicht seine ursprüngliche E-(ECE)-Kennzeichnung. Dies allerdings nur, wenn alle relevanten Reifenkennzeichen durch das Aufbringen des "Weißwandringes" (oder "Buntwandringes") nicht verändert werden und eindeutig identifizierbar sind. Zu diesen Kennzeichen gehören Fabrik- oder Handelsmarke, Reifennennbreite, Nennquerschnittsverhältnis, Reifenbauart, Felgennenndurchmesser, Tragfähigkeitskennzahl(e n), Symbol(e) der Geschwindigkeitskategorie, falls zutreffend: Tubeless, M+S (M&S, M.S.) Reinforced/XL Extra Load, Herstellungsdatum (DOT vierstellig) und das ECE- oder EG-Genehmigungszeichen.

Darüber hinaus muss der "Weißwandring" (oder "Buntwandring") selbst mit dem Herstellungsdatum (Datum des Aufbringens des "Weißwandrings" oder "Buntwandrings" auf den Reifen nach DOT-vierstellig) und zumindest mit dem Kurzzeichen des Herstellers (Ausführenden) gekennzeichnet werden. Dies darf allerdings nicht zu Verwechslungen mit den Reifenkennzeichen führen." Damit wird unser Statement im BRV-Handbuch "Reifen, Räder, Recht und mehr..." entsprechend relativiert.

Nach unserem aktuellen Wissensstand gibt es zur Zeit im gesamten Bundesgebiet nur einen solchen Hersteller von nachträglichen Weiß-/Buntwandreifen - die Firma Möller Reifen-Service Hamburg (www.moeller-reifenservice.de). Der Vollständigkeit halber sei abschließend nochmals darauf hingewiesen, dass sämtliche anderen "Weißwandreifen", die kein Herstellungsdatum (nach DOT-vierstellig) und zumindest das Kurzzeichen des Herstellers (nicht zu verwechseln mit der Reifenkennzeichnung) aufweisen bzw. nicht nach o.g. ECE-Richtlinien hergestellt wurden, nicht zulässig sind und dass deren Montage zum Erlöschen des Betriebserlaubnis des Fahrzeuges führt.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)