Transport und Lagerung von Reifen

Transport und Lagerung von Reifen

Allgemeines Bestimmungen über das Lagern und Stapeln sind in der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften" (UVV 1) enthalten. Nach § 34 der Unfallverhütungsvorschrift ist beim Lagern und Stapeln darauf zu achten, dass die Belastung sicher aufgenommen werden kann. Ferner sind nach dieser Vorschrift Lager und Stapel so zu errichten und zu erhalten, dass niemand durch herabfallende, umfallende oder wegrollende Gegenstände gefährdet wird und Lager und Stapel gegen äußere Einwirkungen so geschützt sind, dass keine gefährlichen chemischen oder physikalischen Veränderungen des Lagergutes eintreten können.

Die "Richtlinien für Lagereinrichtungen und -geräte" (ZH 1/428) enthalten neben Bau- und Ausrüstungsbestimmungen für Lagereinrichtungen und -geräte auch Bestimmungen für den Betrieb von Lagergeräten, wie z.B. Paletten und Stapelhilfsmittel. Die allgemein gehaltenen Schutzziele der Unfallverhütungsvorschrift über die Errichtung und Erhaltung von Stapeln unter Verwendung von Lagereinrichtungen und -geräten werden durch die Richtlinie konkretisiert und ergänzt. Nach den Richtlinien sind für Lagergeräte Betriebsanweisungen zu erstellen und den Beschäftigten bekannt zu geben. Die Verpflichtung zur Unterweisung von Personen hinsichtlich der mit den Tätigkeiten verbundenen Gefährdungen ergibt sich auch aus § 7 der Unfallverhütungsvorschrift "Allgemeine Vorschriften". Beim Transport von Reifen mit Flurförderfahrzeugen, Fahrzeugen und Kranen sind insbesondere folgende Vorschriften zu beachten:

- Unfallverhütungsvorschrift "Flurförderfahrzeuge" (VBG 36) - Unfallverhütungsvorschrift "Fahrzeuge" (VGB 12) - Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) - Arbeitsstättenverordnung einschließlich zugehöriger Arbeitsstättenrichtlinien. Nützliche Hinweise zur Sicherung der Ladung von Fahrzeugen enthält außerdem das Handbuch "Ladungssicherung auf Fahrzeugen" (ZH 1/413).

Auf wesentliche Punkte aus den oben genannten Bestimmungen wird im Folgenden eingegangen: Verkehrswege Lagereinrichtungen und -geräte müssen so aufgestellt sein, dass die Gänge bestimmte Mindestbreiten aufweisen:

- Verkehrswege für Fußgänger: 1,25 m - Gänge, die nur für das Be- und Entladen von Hand bestimmt sind (Nebengänge): 0,75 m - Verkehrswege für kraftbetriebene Fördermittel: Breite des Fördermittels einschließlich der breitesten Ladung zzgl. einem Sicherheitsabstand von mindestens 0,5 m auf den Seiten. Die lichte Höhe über Verkehrswegen für Transportmittel errechnet sich aus der Höhe des Flurförderfahrzeuges einschließlich stehendem oder sitzendem Fahrer bzw. aus der Ladehöhe. Zu dieser Höhe ist ein Sicherheitszuschlag von mindestens 0,2 m anzusetzen. Die lichte Höhe über den Wegen für den Personen- und Fahrzeugverkehr darf 2,00 m nicht unterschreiten.

Verkehrswege für Fahrzeuge müssen in einem Abstand von mindestens 1 m an Türen und Toren, Durchgängen, Durchfahrten und Treppenaustritten vorbeiführen. Rettungswege müssen auf möglichst kurzem Weg ins Freie oder zu einem sicheren Bereich führen. Hierzu sind auch die Bestimmungen der jeweiligen Landesbauordnungen zu berücksichtigen.

Die Neigung von Rampen soll 12,5 % nicht überschreiten. Im Regefall beträgt die Neigung 8%. Nähere Angaben zu den Verkehrswegen sind in § 17 der Arbeitsstättenverordnung bzw. in den Arbeitsstättenrichtlinien enthalten. Anfahrschutz Ortfeste Regale müssen an ihren Eckbereichen mit einem gelb-schwarz-gekennzeichneten Anfahrschutz versehen sein. Hierdurch soll verhindert werden, dass das Regal durch das Flurförderfahrzeug angefahren wird.

Stapelhöhe Werden Lagereinheiten zusammengestellt und in Stapeln gelagert, so ist darauf zu achten, dass das Verhältnis der Höhe zur Schmalseite der Grundfläche nicht größer als 6:1 ist, wobei der Standsicherheitsfaktor mindestens 2,0 betragen muss. Beispiele für die Berechnung der zulässigen Stapelhöhe sind in den Richtlinien "Lagereinrichtungen und -geräte" (ZH 1/428) enthalten. Beim Errichten von Stapeln ist insbesondere darauf zu achten, dass die Ladeeinheiten steif genug sind, um eine Schiefstellung zu vermeiden. Dies kann mit Stapelhilfsmitteln erreicht werden, wie z.B. durch auf die Paletten aufgesetzte Rahmen. Eine weitere Möglichkeit ist die Verwendung von Stapelbehältern. Zugänglichkeit Bei der Lagerung ist darauf zu achten, dass elektrische Verteiler und Schaltanlagen, Einrichtungen zur Ersten Hilfe, Feuerlöschgeräte sowie Rettungs- und Verkehrswege nicht zugestellt sind.

Zulässige Belastung Die zulässige Belastung der Fußbodenfläche in Lagerräumen, unter denen sich andere Räume befinden, muss an den Zugängen gut erkennbar angegeben sein. Dies gilt auch für die zulässige Belastung von Zwischenböden. Regalbühnen mehrgeschossiger Regaleinrichtungen ohne Fahrverkehr müssen für eine gleichmäßig verteilte Last von mindestens 250 kg/m² ausgelegt sein. Höhere Belastungen, z.B. durch Fahrverkehr, müssen zusätzlich berücksichtigt werden. Brandschutz Bei der Lagerung von Reifen liegt nach den Arbeitsstättenrichtlinien eine mittlere Brandgefährdung vor, was den Brandschutz, d.h. also die Brandverhütung und Brandbekämpfung zu einem wichtigen Faktor macht. Es sollen sowohl Vorkehrungen zur Brandverhütung als auch die Vorbereitungen zum Löschen von Bränden und zum Retten von Menschen getroffen werden. Mit der örtlichen Feuerwehr sollten daher Brandschutzbegehungen und Brandschutzübungen durchgeführt werden. Tragbare oder fahrbare Feuerlöscher müssen nach Art und Umfang der Brandgefährdung und der Größe des zu schützenden Bereiches in ausreichender Anzahl bereit gehalten werden. Unter bestimmten Voraussetzungen können Wandhydranten bei der Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern berücksichtigt werden, nicht aber ortsfeste Feuerlöschanlagen wie z.B. Sprinkleranlagen, Pulverlöschanlagen oder CO -Löschanlagen. In den Regeln "Ausrüstung von Arbeitsstätten mit Feuerlöschern" (ZH 1/201) sind u. a. Angaben zur Bestimmung der jeweils erforderlichen Anzahl von Feuerlöschern enthalten und anhand von Rechenbeispielen erläutert.

Lagerung von Reifen Der Lagerraum für Reifen soll kühl, trocken, dunkel und belüftet sein. Unmontierte Luftreifen sind stehend, Vollgummireifen liegend zu lagern. Der Kontakt mit Kraftstoffen, Schmierstoffen, Lösungsmitteln und Chemikalien ist zu vermeiden. Die Lagerungsart der Reifen ist sowohl aus sicherheitstechnischer Sicht als auch bezüglich des reibungslosen Arbeitsablaufes von entscheidender Bedeutung. Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten der Reifenlagerung, wobei die geeigneteste von Fall zu Fall unterschiedlich sein kann. Nachfolgend sind die Vor- und Nachteile einiger Lagerungsarten aufgeführt.

Bei der stehenden Lagerung von Reifen in Regalen und der Ein- und Auslagerung von Hand sind Übersichtlichkeit und eine große Lagerdichte zwar gegeben, sie ist bei Bedarf größerer Mengen aber sehr mühsam und zeitaufwendig, da für die oberen Regalbereiche Zugangshilfen erforderlich sind (z.B. Podesttreppe, Leiter). Werden die Reifen als palettierte Einheit in Regalen gelagert, ist neben der Übersichtlichkeit und der großen Lagerdichte auch ein einfaches Handling der Ladeeinheiten möglich, z.B. mit Hilfe von Flurförderzeugen. Allerdings ist das Ein- und Auslagern von Hand nur bedingt möglich. Darüber hinaus ist zum Ein- und Auslagern ganzer Ladeeinheiten ein Hilfsmittel erforderlich, wie z.B. ein Gabelstapler. Bei der Blocklagerung palettierter Einheiten ist eine sehr große Lagerdichte erreichbar. Das einfache Handling, z.B. mit Hilfe von Flugförderfahrzeugen, ist ebenso möglich, jedoch ist die Zugänglichkeit eingeschränkt. Von Nachteil ist, dass die Kommissionierung einzelner Reifen von Hand kaum möglich ist und eine erhöhte Umsturzgefahr einzelner Stapel besteht.

Hilfsmittel für den Transport kleiner Mengen oder einzelner Reifen Sofern die Kommissionierung der Reifen von Hand erfolgt, ist es zweckmäßig, eine Transporthilfe zu verwenden, um die Reifen bzw. Räder vom Lager zum Befüll- bzw. Montageplatz zu transportieren. Hier können spezielle Reifen-Transportwagen verwendet werden, die im Fachhandel erhältlich sind und ähnlich wie Sackkarren aufgebaut sind. Für den Transport, die Montage, aber auch für die Demontage schwerer Reifen empfiehlt es sich, Hebewagen zu verwenden, die mit Rollen ausgerüstet sind, mit denen das Rad aufgenommen wird. Das Rad kann damit gefahrlos aufgenommen und abgelassen bzw. in die gewünschte Position gehoben und gedreht werden.

In jedem Fall müssen aber beim Transport von Kompletträdern oder Reifen, deren Gewicht 200 kg oder deren Durchmesser 1,5 m übersteigt, Einrichtungen vorhanden sein, die sicherstellen, dass das Rad oder der Reifen nicht umfallen kann.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)