Sägezahnförmiger Verschleiß

Sägezahnförmiger Verschleiß

Moderne Hochleistungsreifen sind u. a. auf gute Nass- und Aquaplaning-Eigenschaften ausgelegt, um ein Höchstmaß an möglicher Sicherheit auf nasser Fahrbahn zu bieten. Wichtige Voraussetzungen hierfür sind u. a. eine offene Profilgestaltung und ein hoher Profilnegativanteil im Reifenschulterbereich, um möglichst viel Wasser aufzunehmen und abzuleiten.

Beim Durchlaufen des Profilstollens durch die Aufstandsfläche wird der Stollen beim Einlauf belastet (1) und in Umfangsrichtung zusammengedrückt (2); beim Auslauf erfolgt eine Entlastung sowie eine Entspannung. Dabei kommt es am Stollenende zu hohen Schlupfbewegungen (3). Dieses Verhalten führt unter bestimmten Bedingungen - insbesondere im Schulterbereich

- zu sägezahnförmigen Verschleißmustern (4), die hauptsächlich an nichtangetriebenen Achsen zu beobachten sind. Die Praxis hat gezeigt, dass in der überwiegenden Zahl der Fälle eine Höhendifferenz von 0,6 bis 0,8 mm zwischen Vorder- und Rückseite des Stollens unproblematisch ist, d.h. keine negativen Auswirkungen auf die Laufruhe bzw. das Geräuschverhalten zu erwarten sind. Höhere Werte deuten darauf hin, dass eine nicht korrekt eingestellte Radgeometrie oder zu niedriger Luftdruck verantwortlich sind. Die Ausbildung eines verstärkten Sägezahnes kann durch die korrekte Einstellung der Radgeometrie und des Luftdruckes sowie durch rechtzeitiges Wechseln der Räder von vorn nach hinten verhindert werden. Ein diagonaler Tausch der Räder ist bei bereits stark ausgeprägtem Sägezahn empfehlenswert. Bei laufrichtungsgebundenen Reifen ist der Wechsel seitengleich durchzuführen. Die egalisierende Wirkung ist dann am größten, wenn die von Fahrzeughersteller vorgeschriebenen Radgeometrie-Werte im Toleranzbereich möglichst bei 0 eingestellt werden.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)