Reifenversiegelung

Reifenversiegelung/Pannenschutz- und Füllmittel

Thema mit Diskussionsbedarf Der Einsatz von Pannensprays, Reifendichtmitteln, Füllmitteln für Reifen und Reifenversiegelungen für den vorbeugenden Pannenschutz von Reifen wird immer wieder - zum Teil sehr kontrovers - in der Branche diskutiert.

Verstärkt wird diese Tatsache dadurch, dass augenscheinlich die Zahl der Anbieter solcher Mittel am Markt (Hersteller und Vertriebsorganisationen) permanent wächst. Auch in der BRV-Geschäftsstelle gehen immer wieder solche Angebote mit der Bitte um Bewertung und gegebenenfalls Empfehlung gegenüber den Mitgliedern ein. Der dafür zuständige BRV-Arbeitskreis Reifentechnik/Autoservice hat schon in der Vergangenheit deutlich zum Ausdruck gebracht, dass die Bewertung und Beurteilung solcher Mittel weder die Aufgabe des BRV ist, noch die entsprechenden Möglichkeiten und Mittel für entsprechende Grundsatzuntersuchungen (umfassende Sicherheits-Tests, Reparaturfähigkeit, Runderneuerungsfähigkeit etc.) zur Verfügung stehen. Dies ist vornehmliche Aufgabe der Hersteller dieser Produkte selbst, in Zusammenarbeit mit der Reifenindustrie.

Der BRV beschränkt sich dementsprechend ausschließlich auf die derzeit gültige rechtliche Bewertung (Straßenverkehrszulassungsrecht, Gewährleistungs- und Produkthaftungsrecht) zum Schutz seiner Mitglieder (siehe dazu auch die entsprechenden Statements unter den Stichworten "Füllmittel für Reifen" und "Pannensprays/Reifendichtmittel"). Aus dieser Sicht muss nochmals betont werden: Für alle Luftreifen (Neureifen und runderneuerte) für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h gilt im Rahmen der einheitlichen Anwendung der §§ 29 und 36 der StVZO-Richtlinie für die Instandsetzung von Luftreifen (Vkbl. Ausgabe Nr. 05/2001 vom 15.März 2001, Nr. 041), dass Pannenhilfsmittel (Pannensprays, Reifendichtmittel, Füllmittel für Reifen, Reifenversie- gelungen) lediglich "ein temporärer Notbehelf nach einem eingetretenen Schaden für eine begrenzte Mobilitätssicherung" sind. D.h. im Umkehrschluss, dass Luftreifen für Fahrzeuge (mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h), die mit vorbeugenden "Pannenschutzmitteln" befüllt sind, im Geltungsbereich der StVZO nicht zugelassen sind. Parallel dazu lehnen auch alle Reifenhersteller, gemäß Abfrage durch den BRV, die Gewährleistung für Schäden an Reifen, die mit vorbeugenden Füllmitteln (also vor einem eingetreten Reifenschaden) behandelt wurden, generell ab. Daraus ergibt sich, dass der Einsatz von vorbeugenden Füllmitteln für den Pannenschutz von Reifen gemäß StVZO nur begrenzt ist, d.h. für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von weniger als 40 km/h, oder für Fahrzeuge, die nicht der StVZO unterliegen, und dass mit dem Einsatz dieser Mittel die Gewährleistung durch den Reifenhersteller erlischt.

Trotzdem gibt es natürlich auch unter Beachtung der o. g. gesetzlichen Rahmenbedingungen eine Reihe von Einsatzmöglichkeiten für diese Mittel.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)