Radmuttern nachziehen Übersicht zum Status Quo

Hinweis "Radmuttern nachziehen"

Übersicht zum Status Quo; Stand: April 2003 1. Regelung in den AGB des Reifenfachhandels, empfohlen vom BRV, Stand April 2002:

Die BRV-AGB-Empfehlung trifft zum Themenbereich "Radmuttern/Radbefestigungsteile" unter Punkt 6. Sachmängelhaftung folgende Regelung: "Sachmängelhaftungsansprüche gegen uns sind ausgeschlossen, wenn Mängel, Beeinträchtigungen oder Schäden ursächlich darauf zuführen sind, dass (...)

h) bei einem Radwechsel die Radmuttern oder Schrauben nicht nach 50 km Fahrstrecke nachgezogen wurden, vorausgesetzt, wir haben unseren Kunden bei Lieferung auf diese Notwendigkeit hingewiesen." 2. Sachmängelhaftungsrechtliche Grundlagen: Die sachmängelhaftungsrechtlich relevanten Grundlagen für den Hinweis an die Kunden, dass Radmuttern nachgezogen werden müssen, sind:

2.1. Aussagen der Automobilhersteller (vorliegende Statements, Stand 2000): Die Automobilindustrie vertritt diesbezüglich unterschiedliche Standpunkte:

- BMW, DaimlerChrysler, Ford, Renault: .... technisch nicht notwendig ... - VW: .... Keine eindeutig verwertbare Aussage ...

- Audi: .... Empfehlung, aus Sicherheitsgründen die Radschrauben nach 50 gefahrenen Kilometern nachzuziehen bzw. nachziehen zu lassen ... 2.2. Aussagen der Räder-/Felgenhersteller:

Der EUWA (Verband der Europäischen Hersteller von Fahrzeugrädern) regelt in seinen "Sicherheits- und Wartungsempfehlungen", Punkt 2.5.: "... An einem Fahrzeug und bei jedem Rad-/Reifenwechsel ist es unerlässlich, das Anzugsdrehmoment nach ca. 50 bis 100 km Einsatz zu überprüfen und wenn notwendig die Radmuttern erneut auf den richtigen Wert anzuziehen ..." 2.3. Aussagen technischer Dienste:

Die TÜV Automotive GmbH (Reifen/Räder-Test-Center München) hat per Stand 04/1999 dazu folgendes Statement abgegeben: "Durch die gutachterliche Tätigkeit ist das Reifen/Räder-Test-Center RTC des TÜV Süddeutschland darauf aufmerksam geworden, dass sich vermehrt Unfälle durch unbeabsichtigtes Lockern von Radschrauben ereignen. Eine daraufhin veranlasste Grundsatzuntersuchung führte zu folgendem Ergebnis: Bei vielen heute im Einsatz befindlichen Radbefestigungen kann ein Lockern von Radschrauben im Fahrbetrieb nach einem Radwechsel nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden. Als Einflussgrößen waren die Radlast, die Motorleistung, die Werkstoffpaarung und der Korrosionszustand der Anschlussfläche feststellbar. Daher empfiehlt das RTC grundsätzlich nach jeder Radmontage - ob durch Werkstätten der Fahrzeughersteller und des Fachhandels sowie auch durch Privatpersonen - das Nachziehen der Befestigungsteile nach einer Fahrtstrecke von mindestens 20 und maximal 200 km...". 3. Forderung des BRV:

Formulierung/Feststellung des aktuellen, rechtsverbindlichen (im Sinne des Sachmängelhaftungsrechtes) Standes der Technik zwischen: - Automobilherstellern - Herstellern von Rädern/Felgen und - Technischen Diensten

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)