Radmuttern nachziehen immer wieder in der Diskussion

Immer wieder in der Diskussion?!

Das BRV-Handbuch "Reifen, Räder, Recht und mehr..." enthält unter dem Stichwort "Radmuttern nachziehen" eine Reihe von Unterlagen, Statements etc., die nach wie vor volle Gültigkeit besitzen und deren Beachtung und Einhaltung wir auch dringend empfehlen. Trotzdem wird das Thema immer wieder - und sicherlich nicht ganz unberechtigt - insbesondere von den Verbraucherschutzorganisationen auf die Tagesordung gesetzt. Die Frage lautet hier immer wieder: "Ist es dem Verbraucher im Pkw-Bereich (Im Nfz-Bereich ist die Sache unstrittig) nach einer Reifen-/Räder-Montage nach wie vor zumutbar, nach einer Fahrtstrecke von 50 bis 200 km nochmals die Werkstatt/den Reifenservicebetrieb aufzusuchen, um die Radmuttern/Radbefestigungsteile nachziehen zu lassen? (Selbst kann er es in der Regel nicht mehr tun, da er nicht über einen Drehmomentschlüssel verfügt.)

Dies natürlich auch vor dem Hintergrund, dass einige Automobilhersteller die technische Notwendigkeit des Nachziehens nicht mehr sehen und dies entsprechend in den Vertragswerkstätten nicht mehr gemacht oder empfohlen wird. Und dort, wo es bei unserem Wettbewerb, dem Autohaus, noch gemacht wird, fällt es dem Verbraucher in der Regel nicht auf, da das Nachziehen nach der Probefahrt erfolgt und somit dem Kunden kein zusätzlicher Aufwand entsteht." Der BRV-Arbeitskreis"Reifentechnik/Autoservice" beschäftigt sich natürlich gleichfalls schon seit Jahren mit dieser Thematik (Herrn Strobel sen. wird es da "in den Ohren klingeln"). Den aktuellen Sachstand dazu haben Sie sicherlich der Berichterstattung zur letzten Sitzung im Heft Nr. 2 vom April 2003 (S. 49ff.) entnommen: "... kam der AK nach eingehender Erörterung der Thematik, insbesondere in Bezug auf das Ersatzgeschäft (Montage von Felgen für das Ersatzgeschäft, Umrüstungen mit Sonder ABE, einschließlich der Montage von Distanzscheiben etc.), zu dem einstimmigen Beschluss, dass ein Nachziehen der Radbefestigungteile in Ersatzgeschäft nach wie vor technisch notwendig und damit dringend zu empfehlen sei. Im Übrigen ist dieser Passus auch nach wie vor Bestandteil der technischen Vorschriften aller Felgenanbieter für das Ersatzgeschäft und damit für den Reifenfachhandel sachmängelhaftungsrechtlich verbindlich."

Um Ihnen ein zusammengefasstes Informationsmaterial zu diesem Thema an die Hand zu geben, veröffentlichen wir an dieser Stelle die Kernaussagen der Charts des Vortrages von Herrn Drechsler zum Round Table Reifentechnik vom 27.03.03 in Poing in einer Übersicht. Aus dieser geht hervor, dass die Empfehlungen der verschiedenen maßgeblichen Marktbeteiligten (Automobilindustrie, Räder-/Felgenhersteller und Technische Dienste) durchaus widersprüchlich sind. Deshalb fordert der BRV die eine von den genannten Gruppen gemeinsam erarbeitete, einheitliche Formulierung/Feststellung des aktuellen und rechtsverbindlichen Standes der Technik. Wie schon beim Thema "Reifenalter" wird sich der BRV um eine Koordination diesbezüglicher Abstimmungsgespräche bemühen.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)