Pannenlaufsysteme

Pannenlaufsysteme - Reifen mit Notlaufeigenschaften

Von den Reifen- und Automobilherstellern wird derzeit sehr stark der Einsatz von Pannenlaufsystemen und Reifen mit Notlaufeigenschaften forciert und bereits in der Öffentlichkeit publiziert. Grund genug für den BRV-Arbeitskreis "Reifentechnik/Autoservice" sich mit dieser Thematik und vor allem mit den daraus resultierenden Auswirkungen für den Reifenfachhandel zu beschäftigen. Grundsätzlich kann man dabei zwischen zwei Systemen unterscheiden:

1. Systeme, die im Zusammenhang mit konventionellen Felgen einsetzbar sind. Dazu gehören in erster Linie die sogenannten Reifen mit Notlaufeigenschaften, wie sie - von Dunlop - Dunlop SP Sport 2000 DSST (dabei steht DSST für Dunlop Self Supporting Technology) und - von Goodyear - Goodyear Eagle F1 EMT (EMT = Extended Mobility Tires) entwickelt und auf den Markt gebracht worden sind. Aber auch das Continental CSR-System (CSR steht für Continental Sicherheits Ring), das bei konventionellen Reifen und Felgen anwendbar ist. 2. Systeme, die nur auf eigens dafür entwickelten Felgen montierbar sind. Dazu gehören: - das Continental CWS-System (CWS = Continental Wheel System) und - das Michelin PAX-System, das auch von Pirelli in Zusammenarbeit mit Michelin zukünftig vermarktet werden soll. In der BRV-Geschäftsstelle werden dazu im Moment alle relevanten Unterlagen der einzelnen Hersteller zu den jeweiligen Systeme zusammengefasst und dokumentiert. Der Arbeitskreis "Reifentechnik/Autoservice" sieht derzeit drei grundsätzliche Auswirkungen auf den Reifenfachhandel:

(1) Auswirkungen auf die Montage solcher Reifen oder Systeme, es wird bereits an entsprechenden BRV-Montagerichtlinien gearbeitet. (2) Auswirkungen auf die Montagetechnik für solche Reifen oder Systeme. Eine entsprechende BRV-Dokumentation wird zusammengestellt. (3) Da bei Einsatz und Montage von Pannenlaufsystemen und Reifen mit Notlaufeigen- schaften der Einsatz von Reifendruckkontrollsystemen zwingend vorgeschrieben ist, muss der Reifenfachhandel auch das Handling dieser Systeme beherrschen. Das derzeit einzige von den europäischen Automobilherstellern für die Erstausrüstung freigegebene Reifendruck-Kontrollsystem ist das von der Beru AG gelieferte RDC-System (Reifen-Druck-Control), das in Zusammenarbeit mit Audi, BMW, Daimler Chrysler, Porsche und VW entwickelt wurde. Für die nachträgliche Montage durch die Fachwerkstatt ist z. Z. nur das SmartTire System bekannt, das in Deutschland u. a. durch die Firma Autostyling Seehase in Mönchengladbach vertrieben wird (siehe dazu auch "Trends + Facts", Ausgabe 6/1999, Seite 31). Sollten Sie zu dem gesamten Themenkomplex Rückfragen haben, steht Ihnen die BRV-Geschäftsstelle gerne zur Verfügung!

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)