Pannenhilfsfahrzeuge (§ 52 Abs. 4 Nr. 2 StVTO)

Richtlinien über die Mindestanforderungen an Bauart oder Ausrüstung von Pannenhilfsfahrzeugen

Im Juni 1997 wurde die "Richtlinie über die Anerkennung von Pannenhilfsfahrzeugen" vom 24.1.1969, VkBl. 1969 Seite 67, auf Fahrzeuge ausgedehnt, die vornehmlich zur Behebung von Reifenpannen an Nutzfahrzeugen eingesetzt werden. Da die benötigte technische Ausrüstung zur Behebung von Reifenpannen an Nutzfahrzeugen erheblich von den Ausrüstungsvorschriften der in der o.g. Richtlinie definierten Pannenhilfsfahrzeuge abweicht, wurden die Mindestanforderungen an die Einrichtung der Fahrzeuge zur Behebung von Reifenpannen unter Ziffer 4 dieser Richtlinie hinzugefügt. Die Ausweitung zur Berechtigung, eine Kennleuchte für gelbes Blinklicht (Rundumlicht) zu führen, wird für notwendig erachtet, da sich inzwischen ständig Fahrzeuge zur Behebung von Reifenpannen insbesondere an Nutzfahrzeugen auf öffentlichen Straßen im Einsatz befinden. Die Tätigkeit auf der dem Verkehr zugewandten Seite an liegengebliebenen Fahrzeugen ist überaus risikobehaftet, die übrigen Verkehrsteilnehmer sollten deshalb auf diese Art von Gefahrenstellen schon weithin sichtbar aufmerksam gemacht werden können.

Bei der Überarbeitung der o. g. Richtlinie wurden gleichzeitig auch Anforderungen für die bereits bekannten Pannenhilfsfahrzeuge sinngemäß dem heutigen Stand der Technik angepasst. Nach Anhörung der zuständigen Landesbehörden wird nachstehende Richtlinie bekannt gegeben. Sie kann ab sofort angewendet werden.

Richtlinie über die Mindestanforderungen an Bauart oder Ausrüstung von Pannenhilfsfahrzeugen. Als Pannenhilfsfahrzeuge im Sinne des § 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO sind anzuerkennen:

1. Abschleppwagen 2. Bergungsfahrzeuge 3. Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung vornehmlich zur Behebung technischer Störungen an Ort und Stelle 4. Fahrzeuge mit entsprechender Ausrüstung vornehmlich zur Behebung von Reifenpannen an Ort und Stelle Anerkennungsvoraussetzungen:

(...) zu 4. Die Ausrüstung dieser Kraftfahrzeuge oder Anhänger muss mindestens die folgenden Gegenstände umfassen, zusätzlich muss ein entsprechender Transportraum für die im jeweiligen Pannenfall zu ersetzenden Reifen zur Verfügung stehen. a) Ausrüstung zur Absicherung der Unfall- oder Arbeitsstelle: - 2 Unterlegkeile - 1 Warnflagge weiß-rot gestreift - 3 Warndreiecke und 2 Warnleuchten, jeweils in amtlich genehmigter Bauart - 5 Leitkegel ("Lübecker Hüte") b) Ausrüstung zur Behebung von Pannen: - 1 Satz Kleinwerkzeuge (z.B. Fräser und Rauhwerkzeuge) - 1 Kleinwerkzeug-Koffer (Schraubenzieher, Zangen, etc.) - 1 Steckschlüsselkasten mit Wechselsteckschlüssel in langer Ausführung (Schlüsselweiten 24-36 mm) - 2 Hämmer (300 und 800 g) - 1 Satz Montierhebel - 1 Satz Pumpringe - 1 Radkreuzschlüssel - 1 Radmutternlöser - 1 Drehmomentschlüssel für 140 Nm bis 760 Nm (3/4" mit Verlängerung und Adapter für 1") - 1 Wagenheber - 1 Satz Unterstellböcke - 2 Unterlegkeile - 1 Kompressor oder 1 Druckluftflasche - 1 Hand-Reifenfüllmesser - 1 Arbeitslampe mit Verlängerungskabel (25m) - gebräuchliche Ventile und Ventilverlängerungen - gebräuchliche Radmuttern und Dichtringe - Reifenreparaturmaterial

Der Vermerk unter Ziffer 33 im Fahrzeugschein über die Anerkennung als Pannenhilfsfahrzeug soll lauten: "Als Pannenhilfsfahrzeug nach § 52 Abs. 4 Nr. 2 StVZO anerkannt".

(Quelle: VkBl. 1997 S. 472)

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)