Montageluftdruck

Montageluftdruck

Begriffe (gem. WdK-Leitlinie 104)

Basisluftdruck (= der in Tragfähigkeit/Luftdrucksstufungen angegebene höchste Tabellenluftdruck der Tragfähigkeitstabelle) ist der Luftdruck, der der 100%-igen Reifentragfähigkeit in den Tragfähigkeitstabellen zu geordnet ist.

Montageluftdruck (= Montagefülldruck oder Sicherheits-Höchstluftdruck) ist der Luftdruck, der bei der Montage von Reifen notwendig ist, um dem Reifenwulst einen korrekten Sitz auf der Felgenschulter und am Felgenhorn zu verschaffen. Er ist in der Regel höher als der Luftdruck, der im späteren Betrieb der Reifen notwendig ist. Er darf den Basisluftdruck um bis zu 50% überschreiten (keinesfalls aber über 10 bar hin- ausgehen).

Sonderfälle: Motorradreifen Der Montageluftdruck darf den Basisluftdruck nur um 50% überschreiten, wenn dafür spezielle Empfehlungen des Reifenherstellers vorliegen und beachtet werden

Pkw-Reifen auf Tiefbettfelgen Bei der Montage von Pkw-Reifen ist darauf zu achten, dass die Reifenwulste vom Tiefbett kommend zunächst den Hump der Felgenschulter überspringen müssen. Um Brüche des Wulstkerns zu vermeiden, soll der dazu notwendige "Springdruck" nicht über 3,3 bar hinausgehen. Erst wenn die Wulste einwandfrei auf den Felgenschultern aufliegen, darf der Druck zur Erzielung des notwendigen Presssitzes und einer festen Anlage an die Felgenhörner weiter gesteigert werden. Dieser "Setzdruck" darf jedoch 4 bar nicht überschreiten. Wird das Überspringen des Humps bei 3,3 bar nicht erreicht, ist der Montagevorgang zu wiederholen. Bei der Reifenmontage sind grundsätzlich die vorgeschriebenen oder zugelassenen Montage-Gleitmittel zu verwenden.

Reifen für Erdbaumaschinen Als die 100%-ige Reifentragfähigkeit in den Tragfähigkeitstabellen, als Basis für die Ermittlung des Montageluftdrucks (Basisluftdrucks) gilt: - für EM-Reifen auf ein- und mehrteiligen Felgen die Tabellentragfähigkeit bei Referenzgeschwindigkeit 50 km/h - für TG-Reifen die Tabellentragfähigkeit bei Referenzgeschwindigkeit 40 km/h

Landwirtschaftsreifen (Traktor-Treibrad-,Traktor-Front-und Implement-Reifen) Der Montageluftdruck darf den Basisluftdruck um bis zu 50% überschreiten, er darf jedoch 4,5 bar oder den höchsten für den Reifen angegebenen Tabellenluftdruck, falls dieser höher als 4,5 bar ist, nicht überschreiten.

- Es ist darauf zu achten, dass sich die Reifenwulste schon vor Erreichen des höchstzu- lässigen Montageluftdrucks (4,5 bar) korrekt - nicht schräg und nicht verdreht - vom Tiefbett her auf die Schrägschultern gesetzt haben. Dieser Zustand muss bei max. 2,5 bar erreicht sein (Wulstsitzdruck). Andernfalls ist der Druck wieder abzulassen und nach Abschnitt "Wulstsitz" zu verfahren. - Wulstsitz Während des Montagevorgangs ist insbesondere bei Tiefbettfelgen schon bei mittle- ren Luftdrücken darauf zu achten, dass sich die Reifenwulste korrekt - nicht schräg und nicht verdreht - auf die Felgenschultern setzen. Ist das nicht der Fall, so ist der Druck wieder abzulassen, die Reifenwulste sind von den Felgenschultern abzudrücken, und der Reifen ist auf der Felge zu verdrehen. Dabei ist der Einstrich mit Gleitmitteln zu kontrollieren und, wenn erforderlich, zu ergänzen. Erst wenn die Wulste einwandfrei auf den Felgenschultern aufliegen, darf der Druck zur Erzielung des not- wendigen Presssitzes und einer festen Anlage an die Felgenhörner bis zum höchstzu- lässigen Montageluftdruck gesteigert werden.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)