Montage von Reifen(UHP und Runflat-Reifen)

Achtung: Probleme bei UHP- (Ultra High Performance) und Run-flat-Reifen!

Die Anzahl von UHP- (Ultra High Performance) und Run-flat-Reifen steigt ständig. Der Umgang mit diesen Reifen, den dazu gehörigen Felgen und Luftdruckkontrollsystemen erfordert große Sorgfalt und entsprechende Werkzeuge. Leider wird die Montage von Reifen oft als niedere Arbeit angesehen. Das führt nicht selten zu einer oberflächlichen, ja zu einer gefährlichen Handhabung. Der Reifenwulst, ein sehr empfindlicher Bereich am Reifen, kann sehr leicht beschädigt oder zerstört werden. Deshalb existieren erhöhte Anforderungen bei der Montage von diesen Reifen und darüber hinaus wurden in der Praxis schon mehrere Fälle von schleichendem Luftverlust durch Montageverletzungen bei Run-flat-Reifen festgestellt - in zunehmendem Maße! Die Ursache, trotz Einhaltung der bisher bekannten und einschlägigen Montageanleitungen für insbesondere Run-flat-Reifen, aber auch generell für UHP (Ultra High Performance) Reifen

- der maßgeblichen Reifen- und Montagemaschinenhersteller, einschließlich der des wdk/ BRV (siehe BRV-Handbuch "Reifen, Räder, Recht und mehr..") - können wie folgt beschrieben werden: Bei der Montage wird der zweite Wulst über den Montagekopf geführt und durch das Felgenhorn mitgenommen. Dieser Punkt wird auch als Mitnahmepunkt oder Traktionspunkt bezeichnet. An dieser Stelle wirken sehr große Kräfte auf den Reifenwulst. Auf der rechten Seite muss der Reifenwulst leicht und sicher in das Tiefbett der Felge rutschen. Run-flat-Reifen tun das nicht! Ihre verstärkten Wulstkerne und Seitenwände wirken dieser Verformung entgegen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei Felgen mit EH2 (Extended Hump) das Tiefbett erst 42mm hinter dem Felgenhorn beginnt. Bei normalen Felgen ist der Abstand 30mm. Dieser Mehrabstand von 12mm ist ein zusätzlicher Stressfaktor. Der Reifenwulst kann diese enorme punktuelle Belastung nicht ohne weiteres aushalten. Die teilweise sehr scharfen Kanten des Felgenhorns schneiden förmlich in den Wulst. Ein in dieser Weise bei der Montage zerstörter Reifen wird oft erst zu spät erkannt. Nach erfolgter Montage ist eine visuelle Prüfung praktisch nicht möglich. Hier muss klar und deutlich auf die Gefahr und die notwendige Aufklärung des Fachpersonals hingewiesen werden!

Wir haben nun in einem ersten Schritt alle maßgeblichen Montagemaschinenhersteller und Lieferanten - ASE Corghi spa, Haweka (Vertrieb Mondolfo-Ferro Montiermaschinen), Hofmann Werkstatt-Technik, SICE spa, Stahlgruber (Vertrieb Butler Montiermaschinen) und Tecma (Vertrieb Snap-on Equipment) - angeschrieben, auf die nunmehr bekannt gewordenen Probleme hingewiesen und diese aufgefordert, uns ihre ggf. schon existenten technischen Lösungsansätze für die aufgezeigte Problematik bekannt zu geben. Alle haben uns dementsprechend umfangreiches Dokumentationsmaterial zu ihrer Technik, die speziellen Montageanleitungen und selbstverständlich die existenten Freigaben der entsprechenden Reifen- und Fahrzeughersteller zur Verfügung gestellt. Nach einer ersten Sichtung dieser Unterlagen ist festzustellen, dass alle Anbieter hoch komplexe, technisch anspruchsvolle und auf dem Stand der Technik befindliche Montagetechnik anbieten, die auch von den maßgeblichen Reifen- und/oder Fahrzeugherstellern für die Montage von UHP Reifen und insbesondere Run-flat-Reifen freigegeben sind. Eine spezielle, den erst jetzt bekannt gewordenen und oben beschriebenen Problemen bei der Montage von UHP- (Ultra High Performance) und Run-flat-Reifen in besonderem Maße gerecht werdende Montagetechnik haben wir vorerst aber nur bei der Fa. Butler finden können. Oder bei den anderen Anbietern bzw. deren Montagetechnik treten diese Probleme augenscheinlich nicht auf bzw. bedürfen keiner besonderen technischen Lösung?

Die Firma Butler hat nach eigenen Angaben eine modifizierte Montagemethode entwickelt, mit der solche Beschädigungen und Zerstörungen ausgeschlossen sind. Dabei wird der Mitnahmepunkt/Traktionspunkt weitgehend entlastet. Das Grundprinzip ist so einfach wie wirkungsvoll:

"Der Reifenwulst wird auf der rechten Seite zunächst mit einem variablem Doppel-Keilsystem auf die erforderliche Tiefe gedrückt. Danach drückt eine auf der Reifenschulter positionierte Montagehilfe (Gurt) unter Rotation den Reifen samt verstärkter Seitenwand sanft und sicher in das Tiefbett. Daraus ergibt sich eine deutliche Entlastung am Mitnahmepunkt". Soweit der derzeitige diesbezügliche BRV-Arbeitsstand, den wir dringend bitten zu beachten und zu berücksichtigen!

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)