Mischbereifung Teil II

Mischbereifung Teil II

Mischbereifung - Umbereifung - Neubereifung - auf welche Achse mit den besseren Reifen? In der Praxis spielt das Thema Mischbereifung bei der Neu- und Ersatzbereifung immer wieder eine Rolle, inbesondere dann, wenn zu entscheiden ist, auf welche Achse die besseren Reifen zu montieren sind. Diese Frage stellt sich selbstverständlich auch bei der Umrüstung von Winter- auf Sommerreifen (-Räder) oder umgekehrt. (Siehe hierzu auch die umfangreiche Dokumentation im BRV-Handbuch "Reifen, Räder, Recht und mehr.." betreffend die gesetzlichen Grundlagen.)

Grundsätzlich bleibt es bei unserer generellen Empfehlung, aus Sicherheitsgründen auf allen Achspositionen nur gleiche Reifen zu montieren (also gleicher Reifenhersteller und gleiche Profilausführung), mindestens aber achsweise. Unabhängig davon empfehlen wir ebenfalls aus Sicherheitsgründen, die Reifen (Räder) mit der größten Profiltiefe grundsätzlich auf die Hinterachse zu montieren. Das gilt für Pkw mit Vorderrad-, Allrad- und Heckantrieb in gleichem Maße.

Die Frage, warum dies grundsätzlich empfohlen wird, sorgt immer wieder für kontroverse Diskussionen. Grund genug auch für den ADAC, sich in Zusammenarbeit mit Michelin ausführlich mit diesem Thema zu beschäftigen (siehe auch www.adac.de, Stichwort Reifentests und hier "Rund um den Reifen/Auf welche Achse die besseren Reifen). Der ADAC führt dazu im Ergebnis in den ergänzenden Betrachtungen unter Berücksichtigung insbesondere der "kritischen Fahrzustände" Folgendes aus: "Entscheidend für die Richtungsstabilität des Fahrzeuges, sowohl in Kurven, wie auch bei der Geradeausfahrt sind die Seitenführungskräfte der Hinterachse. Blockierende Räder bei einer Bremsung oder Überschreitung der Haftreibung zwischen Reifen und Fahrbahn ("zu schnell in der Kurve") können abrupt zu einem nicht mehr kontrollierbaren Fahrverhalten führen (Fahrzeugheck bricht aus, Übergang zum Schleudern). Diese Seitenführungskräfte fallen bei unzureichender Profiltiefe besonders stark und dann schlagartig ab. Ein Fahrzeug, welches über die Vorderräder zum Kurven-Außenrand schiebt ("untersteuern") kann problematisch sein.

Mehr als problematisch ist es aber, ein ausbrechendes Fahrzeugheck ("übersteuern") in solchen kritischen Fahrsituationen durch Gegenlenken wieder auf den gewünschten Kurs zu bringen. Bei einer Gegenüberstellung aller Vor-und Nachteile ergibt sich somit, dass kritische Fahrzustände besser beherrschbar sind, wenn die Reifen mit der größeren Profiltiefe auf der Hinterachse montiert werden. Dies gilt für Pkw mit Vorderrad-, Allrad- und Heckantrieb." Dem ist unsererseits nicht hinzuzufügen, im Gegenteil wir können dies nur doppelt unterstreichen und bitten um entsprechende Beachtung.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)