Mischbereifung Teil I

Mischbereifung Teil I

Grundsätzliche Ausführungen zu Kraftfahrzeugen bis 3,5 t Gesamtgewicht (Pkw und Llkw) - Stand März 2005 Das Thema Mischbereifung, das in der Praxis augenscheinlich nach wie vor eine nicht zu vernachlässigende Rolle spielt, wurde in der Vergangenheit vom BRV, den Technischen Prüforganisationen usw. aus den unterschiedlichsten Blickwinkeln und in den unterschiedlichsten Zusammenhängen dargestellt und dokumentiert. Es ist daher notwendig, aus der Vielzahl der Veröffentlichungen zum Stand März 2005, dieses Thema aktuell und grundsätzlich noch einmal zusammenzufassen. Dabei sind allerdings zwei Ebenen zu betrachten und es ist ratsam insbesondere auch im Zusammenhang mit der Sachmängelhaftung gegenüber dem Kunden, keine der beiden Ebenen im konkreten Anwendungsfall, also der Beratung des Kunden, zu vernachlässigen:

1. Ebene I. - Stand der Technik Im Rahmen der Sachmängelhaftung des Reifenfachhandels gegenüber dem Kunden und der über die Strassenverkehrsordnung (StVO) grundsätzlichen Verantwortung des Fahrzeughalters und/oder Fahrzeugführers für den verkehrssicheren Zustand des Fahrzeuges ist in Bezug auf die Mischbereifung nicht nur die strassenverkehrsrechtliche Ebene (StVZO), auf die noch unter Punkt 2 eingegangen wird, zu berücksichtigen, sondern insbesondere auch und in gleichem Maße die entsprechenden Empfehlungen der Automobil- und Reifenhersteller, der so genannte Stand der Technik.

Dieser ist bezüglich der Bereifung eines Kraftfahrzeuges bis 3,5 t Gesamtlast (Pkw und Llkw), begleitend und unterstützend auch durch die betreffenden Fachverbände (BRV und wdk), die Technischen Prüforganisationen (TÜV, DEKRA etc.) und die Automobilclubs (ADAC, AvD, ACE etc.) wie folgt beschrieben und im Zweifelsfall auch primär zu berücksichtigen und anzuwenden: Vor dem Hintergrund der technischen Entwicklung der Kraftfahrzeuge, hier insbesondere der immer stärkeren Motorisierung, immer höheren Drehzahlen und den damit in Verbindung stehenden immer sensibler werdenden Fahrwerkskonstruktionen, wird grundsätzlich empfohlen, auf jeder Achsposition am Kraftfahrzeug Reifen des gleichen Herstellers, der gleichen Profilausführung, der gleichen Auslegung (herstellerspezifische Reifenkennzeichnungen und/ oder Run flat Ausführungen) und der gleichen Speed- und Loadindices zu montieren, mindestens aber achsweise!

2. Ebene II. - Strassenverkehrszulassungsordnung (StVZO) Nach § 36 (2a) ist für Kraftfahrzeuge bis 3,5 t Gesamtlast lediglich die Verwendung von Reifen unterschiedlicher Bauart nicht zulässig. Reifen unterschiedlicher Bauart bedeutet in diesem Kontext:

a) Reifen diagonaler (einschließlich bias-belted) oder Reifen radialer Bauart und b) Pkw-Reifen nach ECE-R 30 (einschließlich Reinforced/XL) oder Lkw- (Llkw-) Reifen nach ECE-R 54 (C- und CP-Reifen). Weitere Einschränkungen zu Mischbereifung werden in der StVZO nicht vorgenommen. Da in der Praxis das Thema Diagonal- und Radialreifen de facto nicht mehr relevant sein dürfte, bezieht es sich i.d.R. nur noch darauf, dass der gemischte Einsatz von Pkw-Reinforced/XL- Reifen mit Lkw- (Llkw-)-C- und CP-Reifen nicht zulässig ist, auch wenn beide Reifen-Bauarten im Fahrzeugschein eingetragen sind. Das Kraftfahrzeug ist dann immer - unter Berücksichtigung der nach Fahrzeugschein mit dem Speedindex einzuhaltenden bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit (plus TÜV-Toleranz von 9 km/h) und den mit dem Loadindex einzuhaltenden maximalen Achslasten (einschließlich der entsprechenden Luftdrücke - Achtung: Reinforced-, XL-, C- und CP-Reifen haben unterschiedliche Basisluftdrücke!) - entweder mit Reinforced/XL-Reifen oder C/CP-Reifen auszustatten, ein Mischen dieser Reifen unterschiedlicher Bauart am Kraftfahrzeug (auch achsweise) ist nicht zulässig.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)