M+S-Reifen Je schmaler desto besser?

M+S-Bereifung- Je schmaler, desto besser?

Folgende interessante Anfrage stellte ein Autofahrer am 24. Mai (!) dieses Jahres im Internet-Forum der Initiative PRO Winterreifen: "Liebes Winterreifen-Team, ich bin mir sehr unsicher bzgl. einer sinnvollen Breite von Winterreifen: Ich fahre derzeit Sommer(breit-)reifen 225/45 R17 (vorne) und 245/40 R17 (hinten) und überlege nun, welche Reifen- und Felgengröße denn im Winter am sinnvollsten ist (für das Auto sind auch kleinere Felgen und schmalere Reifen zugelassen).

Früher hatte ich immer gehört, dass im Winter das Motto gilt: "je schmaler desto besser". Als Begründung habe ich gehört, dass sich bei schmalen Reifen das Gewicht des Fahrzeugs auf eine kleinere Fläche verteilt und insofern der Griff besser wäre. In einem Autoforum habe ich kürzlich allerdings die genau gegenteilige Meinung gelesen: Das Argument bzgl. möglichst schmaler Reifen hätte für die seinerzeitigen Stollenreifen gegolten. Für die heutigen Lamellenreifen würde gerade das Gegenteil gelten: Damit die Lamellen möglichst guten Griff erzeugen, müssten sie so viel Aufliegefläche wie möglich haben. Das hieße "je breiter umso besser".

Da es sich hier um absolut entgegengesetzte Aussagen handelt und diese Frage sicher bei vielen Fahrern immer wieder auftaucht, wäre ich sehr interessiert, welche Aussage bzgl. heute gängiger Reifen denn die richtige ist. Besten Dank im Voraus für jeden Tipp und jede Info." Die Anfrage wurde mit der Bitte um Antwort an den BRV weitergeleitet; Hans-Jürgen Drechsler schrieb daraufhin: "Die gestellte Frage ist eine sehr gängige, sie wird bezüglich Breitreifen immer wieder gestellt, sowohl zu Sommer-Breitreifen-Aquaplaning und Winterbreitreifen. Dazu muss man etwas in der "Geschichte" ausholen:

So genannte Breitreifen wurden vor nunmehr über 20 Jahren, als erstes von der Fa. Pirelli, über das Ersatzgeschäft im Markt eingeführt (nicht über die Erstausrüstung). Die damaligen "Breitreifen" (nicht nur der Fa. Pirelli, sondern in der Folge auch aller anderen Anbieter) hatten tatsächlichlich Schwächen, sowohl bei Sommerreifen hinsichtlich des Aquaplanings als auch bei Winterreifen hinsichtlich deren Wintereigenschaften. Dies lag damals in erster Linie an konstruktiven Grenzen im Zusammenhang mit der Profilgestaltung und den verwendeten Mischungen. Einfach ausgedrückt gab es Probleme bei der Ableitung des Wassers durch die erhöhte Aufstandsfläche und eben der Traktion im Winter. Dieser Entwicklungsstand ist seit Jahren überholt, "geistert" aber immer noch hier und da in den Köpfen herum.

Nicht zuletzt dadurch, dass die heutigen Fahrzeuge mittlerweile zum größten Teil bereits in der Erstausrüstung mit Breitreifen ausgestattet werden, erfüllen die aktuellen modernen Breitreifen (Sommer- und Winterreifen) alle Anforderungen, die der Automobilhersteller an die Bereifung des jeweiligen Fahrzeuges stellt. Damit ist gewährleistet, dass der Verbraucher sinnvollerweise die gleiche Reifendimension im Winter (M+S-Reifen) wie im Sommer fahren kann (sollte). Die Eintragung "kleinerer" Reifendimensionen/Felgen im Fahrzeugschein hat im Wesentlichen nur zwei Gründe: a) Gegebenenfalls kann es beim Einsatz von Schneeketten auf Winterreifen zu Freigängigkeitsproblemen kommen, sodass hier die "kleinere" Dimension verbaut werden muss, und

b) soll dem Verbraucher die Möglichkeit eingeräumt werden, in Bezug auf Winterreifen ggf. die in der Regel preiswerteren "kleineren" Reifen und insbesondere Felgen (hier meist Stahlfelgen) auch verwenden zu dürfen. Wir empfehlen in Abstimmung mit den Automobil- und Reifenherstellern - unter Berücksichtigung ggf. möglicher "Probleme/Auswirkungen" in der Achs- und Fahrwerksgeometrie bei Verwendung unterschiedlicher Dimensionen -, im Sommer und im Winter die gleiche Reifen-/Felgendimension zu verwenden (Ausnahme = Fall a)), was man im konkreten Fall prüfen müsste (siehe dazu Ziff. 33 im Fahrzeugschein)."

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)