Wartung von Hebebühnen

Wartung von Hebebühnen

Fallen in der Werkstatt?

"UVV und Wartung an Hebebühnen ernst nehmen!" - mit diesem Appell beginnt ein interessanter Beitrag, den die Technische Fachzeitschrift für das Kraftfahrzeughandwerk "Krafthand" in ihrer Ausgabe 20 vom 20. Oktober 2001 veröffentlicht hat. Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion veröffentlichen wir nachfolgend einige Auszüge aus dem Artikel, der auch für den Reifenfachhandel von hoher Relevanz ist. Wer nach der Lektüre der gekürzten Version noch mehr wissen möchte: bei Interesse können Sie den Originalbeitrag in der BRV-Geschäftsstelle abrufen. Den sicheren Betrieb von Hebebühnen in den Werkstätten regelt innerhalb Deutschlands die VGB 14 (Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaft; siehe hierzu den Text auf der übernächsten Seite) sowie die DIN EN 1493. Ob sich der Betreiber daran hält oder nicht, steht allerdings auf einem ganz anderen Blatt! Letztendlich obliegt es dem Werkstattbetreiber oder Firmeninhaber, wie er mit dieser Thematik umgeht. Es kann an dieser Stelle nur immer wieder dringend empfohlen werden, trotz aller Routine beim Umgang mit Hebebühnen und dem Anheben von Fahrzeugen nicht leichtsinnig zu handeln.

Hebebühnen, gleich welchen Typs, sind nach der ersten Inbetriebnahme in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen (siehe hierzu die Definition auf der letzten Seite Stichwort "Hebebühnen") zu prüfen. Im Wesentlichen beschränkt sich der Umfang auf eine Sicht- und Funktionsprüfung und erstreckt sich auf - den Zustand der Bauteile und Einrichtungen, auch auf die Feststellung, ob Änderungen vorgenommen worden sind, - die Vollständigkeit und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen, - die Vollständigkeit des Prüfbuches. Die jährlichen Prüfungsbefunde sind in dem der Hebebühne zugeordneten Prüfbuch aufzubewahren.

"Mir kommen keine Wartungsverträge ins Haus! Alles nur Geldmacherei. Erst, wenn die Bühne steht, wird der Service geholt!" Solche Argumentationen tauchen immer wieder auf, wenn es um die Frage geht: Wartungsverträge für Arbeitsmaschinen - ja oder nein? Die Vorteile eines solchen Vertrages, egal mit welchem Werkstattausrüster auch immer abgeschlossen, liegen auf der Hand: die größte Schwachstelle, die Terminverfolgung, obliegt dem Vertragsgeber. Die Gefahr, mit der Berufsgenossenschaft oder dem Gesetzgeber in Konflikt zu kommen, entfällt. Bei den meisten Wartungsverträgen ist nach durchgeführter Wartung die jährliche UVV-Prüfung mit dabei. Daneben verspricht der regelmäßige Service eine hohe Zuverlässigkeit der Hebeeinrichtung und festgestellte Mängel können in der Regel sofort abgestellt werden. Stillstand und Unproduktivität des Arbeitsplatzes lassen sich so auf ein Minimum reduzieren. Die Wartung ist zudem auf den jeweiligen Bühnentyp abgestimmt. Nirgendwo steht geschrieben, dass nur der Bühnenhersteller die Abnahme durchführen kann. Grundsätzlich gibt es dazu zwei Alternativen: Entweder man "kauft" sich den Sachkundigen von einer Prüforganisation oder einem Sachverständigenbüro oder man lässt einen geeigneten Mitarbeiter aus dem eigenen Betrieb zum Sachkundigen (bei Herstellern der eingesetzten Bühnen oder der Berufsgenossenschaft) ausbilden. Jedes dieser Modelle hat spezifische Vor- und Nachteile. Welche Alternative die geeignetere ist, kann deshalb nicht allgemein gültig beantwortet werden. Letztendlich entscheidet neben der Kostenfrage auch der zu betreibende Aufwand, den man zu leisten bereit ist, um die einschlägigen Vorschriften zu erfüllen.

Fest steht jedoch: welche Nachteile aus Sicht des Unternehmens auch immer dem einen wie dem anderen Modell anhaften mögen - eine Vernachlässigung der im Zusammenhang mit dem Einsatz von Hebebühnen sich ergebenden Pflichten ist mit Sicherheit die weitaus schlechteste Alternative! Insofern empfehlen wir, bei diesem Thema die nötige Sorgfalt walten zu lassen. Ein erster Schritt hierzu könnte die intensivere Beschäftigung mit weiteren Aspekten sein, die hierbei zu beachten sind. Wer sich dafür interessiert: Wir schicken Ihnen die Langfassung des Artikels - wie eingangs schon erwähnt - gerne zu! UVV - Unfallverhütungsvorschriften für Hebebühnen

Ein umfangreiches Regelwerk in teilweise recht kompliziertem "Gesetzesdeutsch" behandelt u. a. die jährlich durchzuführenden Prüfungen an Hebebühnen. Hier das Wichtigste aus VGB 14* in Kürze:

§ 39 Regelmäßige Prüfungen "Hebebühnen sind nach der ersten Inbetriebnahme in Abständen von längstens einem Jahr durch einen Sachkundigen prüfen zu lassen."

§ 41 Prüfumfang (2) "Die regelmäßige Prüfung nach § 39 ist im Wesentlichen eine Sicht- und Funktionsprüfung. Sie erstreckt sich auf die Prüfung des Zustandes der Bauteile und Einrichtungen, auf Vollständigkeit und Wirksamkeit der Sicherheitseinrichtungen und die Vollständigkeit des Prüfbuches."

§ 42 Prüfbuch Für "... Hebebühnen, die dafür bestimmt sind, dass Personen auf dem Lastaufnahmemittel mitfahren oder sich darunter aufhalten..." ist ein Prüfbuch vorgeschrieben und "hat die Befunde zur Erstinbetriebnahme sowie die der regelmäßigen und außerordentlichen Prüfungen" zu enthalten.

"§ 42 (3): der Befund muss enthalten: 1. Datum und Umfang der Prüfung mit Angabe der noch ausstehenden Teilprüfungen, 2. Ergebnis der Prüfung mit Angabe der festgestellten Mängel, 3. Beurteilung, ob der Inbetriebnahme oder dem Weiterbetrieb Bedenken entgegenstehen, 4. Angaben über notwendige Nachprüfungen, Name, Anschrift und Unterschrift des Prüfers."

"§ 42 (4) Die Kenntnisnahme und die Abstellung festgestellter Mängel sind vom Unternehmer im Befund zu bestätigen." * Aussagen der VBG 14 der Süddeutschen Metall-Berufsgenossenschaft (SMBG), Stand 1. Januar 1997.

Sachkundige und Sachverständige Die VGB 14 beschreibt auch, wer die regelmäßigen Prüfungen an Hebebühnen durchführen darf:

a) Sachkundiger "ist, wer auf Grund seiner fachlichen Ausbildung und Erfahrung ausrei- chend Kenntnisse auf dem Gebiet der Hebebühnen hat und mit den einschlägigen staatlichen Arbeitsschutzvorschriften, Unfallverhütungsvorschriften, Richtlinien und allge- mein anerkannten Regeln der Technik (DIN-Normen, VDE-Bestimmungen, ...) soweit ver- traut ist, dass er den arbeitssicheren Zustand von Hebebühnen beurteilen kann." Dies können z.B. die Monteure der Hebebühnenhersteller, eigens geschulte Mitarbeiter aus der eigenen Werkstatt oder Mitarbeiter von Sachverständigenbüros mit entspre- chender Zusatzausbildung sein. b) Sachverständiger "ist, wer auf Grund (...) Erfahrung besondere Kenntnisse (...) hat und mit (...) der Technik (DIN-Normen ...) vertraut ist. Er soll Hebebühnen prüfen und beurteilen können." Dies können Fachingenieure von Prüforganisationen wie TÜV, Dekra oder freien Sach- verständigenbüros sein. Und natürlich auch die Spezialisten aus Konstruktion und Ferti- gung beim Bühnenhersteller selbst.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)