Nitrosamine Sanierung

Nitrosaminkontaminierte Gebäude - Verfahren zur Sanierung

Anfang November 1998 legte die Berufsgenossenschaft Großhandel und Lagerei den folgenden Sachstandsbericht zu möglichen Verfahren zur Sanierung nitrosaminkontaminierter Gebäude vor:

1. Ein derzeit noch laufendes Forschungsprojekt befasst sich mit der Kontamination von Mauerwerken und Gebäudeteilen durch Nitrosamine und mögliche Sanierungsmaß- nahmen. Daran beteiligt sich die BG Chemie, das berufsgenossenschaftliche Institut für Arbeitssicherheit, das Deutsche Institut für Kautschuktechnologie in Hannover sowie die Technische Universität Hamburg-Harburg. Ferner wirken in diesem Forschungsprojekt die Fa. Imparat Farbwerke Iversen und Mähl GmbH & Co. in Hamburg mit. Der entwickelte Sanierungsprozess gliedert sich in mehrere Schritte a) Mechanische Vorbehandlung und Reinigung der Bausubstanz (u.a. auch Entfernen organischer, kontaminierter Materialien). b) Durchführung einer chemischen Vorbehandlung um und auf dem Mauerwerk durch eine Säurebehandlung mit Hexafluorkieselsäure. c) Aufbringen einer Versiegelungsschicht, die wasserdurchlässig ist. d) Aufbringen eines speziellen Schutzanstriches mit Füllstoffen, die so gewählt sind, dass sie einen Absorptionseffekt für Nitrosamine haben.

Das geschilderte Sanierungsverfahren lässt sich jedoch nicht bei jeder Gebäudesubstanz anwenden. Langzeitmessungen über den zeitlichen Verlauf der Nitrosaminkonzentration in derart sanierten Gebäuden liegen nicht vor. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse dieses Forschungsprojektes soll in Kürze erfolgen.

2. Eine weitere Sanierungsmöglichkeit besteht in der Verwendung von Isoliertapete bzw. Isolierfolie der Firma Valutect Umwelttechnik Handels GmbH, Hamburg. Sanierungs- maßnahmen mit diesen Hilfsmitteln wurden schon mehrfach durchgeführt (z.B. bei Pirelli, Michelin und Continental!). Das vorliegende Datenmaterial über Sanierungsmaßnahmen mit genannter Tapete bzw. Folie zeigt eine deutliche Absenkung der Konzentration an Nitrosaminen sowohl im Lager- als auch im Bürobereich unter 1/10 des Grenzwertes von 1 $micro;g/m³. Messungen über einen längeren Zeitraum liegen noch nicht vor. 3. Nach Auskunft des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie befindet sich derzeit auch eine so genannte "Permasorbtapete" in der Erprobung. Aktivkohle soll bei diesem Verfahren die aus dem Mauerwerk austretenden Nitrosamine absorbieren. Messergeb- nisse im Rahmen von Sanierungsmaßnahmen oder Laborwerte liegen nicht vor.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)