Niederquerschnittsreifen für Nutzfahrzeuge

Niederquerschnittsreifen für Nutzfahrzeuge

Auf der Antriebsachse soll die herkömmliche Zwillingsbereifung bei Nutzfahrzeugen durch einen einzigen breiten, extrem tragfähigen Reifen ersetzt werden. Continental nennt diese Pneus "Super Singles", bei Bridgestone/Firestone heißen sie "Greatec Mega Drive (GMD)", bei Fulda "Multiton" etc. Sie enthalten optional auch Notlauf- bzw. Luftdrucküberwachungssysteme. Für Flotten stellt dieser technologische Neuerung eine Effizienzsteigerung dar. Bis zur offiziellen Einführung dieser Reifen wird es allerdings noch einige Zeitlang dauern, so soll z.B. die Serienproduktion bei Bridgestone/Firestone Mitte des Jahres 2002 beginnen. Die Entwickler der superbreiten Reifen verweisen konkret auf Einsparpotenziale im Hinblick auf Verbrauch, Handlingeigenschaften, Gewicht und Platz. So soll der im Vergleich zur Zwillingsbereifung um ca. 15 Prozent gesenkte Rollwiderstand beim Kraftstoffverbrauch deutlich spürbar sein (zwischen zwei bis vier Prozent).

Die Reifen wiegen zwischen 80 und 110 Kilogramm (inklusive Felge) weniger und sind etwa 20 Prozent schmaler als die Zwillingsreifen. Das gestattet Nutzfahrzeugherstellern eine Vergrößerung der Nutzfläche. Zudem kann die Auftragsfracht aufgrund des reduzierten Systemgewichts um ein entsprechendes Gewicht erhöht werden. Andererseits entsteht mehr Freiraum für größere Tanks bzw. auch für neue Fahrwerkskonzepte. Und es ermöglicht den Lkw-Bauern die Realisierung breiterer Chassis. Die Neuen sollen darüber hinaus nach ihrem Reifenleben weniger nicht-recycelbaren Abfall erzeugen. Bei Bridgestone spricht man von einem bis zu 25 Prozent geringeren Reststoffanteil.

Die Laufleistung der "neuen Dicken" soll sowohl im Neuzustand als auch nach einer Runderneuerung bis zu 250.000 Kilometer betragen. Zum Preis haben sich die Reifenhersteller noch nicht definitiv geäußert.

Eine nachträgliche Umrüstung von Zwillings- auf Niederquerschnittsreifen ist voraussichtlich nicht ohne weiteres möglich. Dazu wäre eine andere Achskonstruktion notwendig. Die Reifenhersteller sind diesbezüglich mit den einschlägigen Achs- und Lkw-Herstellern im Gespräch. Ziel der Bemühungen wird eine einheitliche Rundum-Bereifung sein.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)