Montage von vom Kunden beigestellten Reifen

Haftungsrisiken minimieren

In der Praxis häufen sich offenbar die Fälle, in denen sich Kunden über die unterschiedlichsten Quellen ihre Reifen selbst beschaffen - dies insbesondere über das Internet. Dabei werden sowohl Neureifen bei einschlägigen Internetanbietern wie auch Gebrauchtreifen etwa über eBay erstanden, um sie dann im Reifenfachhandel montieren zu lassen.

Auch wenn in diesen Fällen die Sachmängelhaftung bezüglich der vom Kunden beigestellten Reifen gegenüber dem montierenden Reifenfachhandelsbetrieb grundsätzlich nicht greift (gemäß BRV-Muster-AGB haften wir nur für Sachmängel an von uns gelieferten Reifen), so bleibt doch im Zusammenhang mit der Montage die Pflicht zur ordnungsgemäßen und fachgerechten Beratung des Kunden. Das bedeutet, dass auch in diesen Fällen der Kunde davon ausgehen kann, dass die Reifen ordentlich und gewissenhaft vor der Montage überprüft werden und er im Zweifelsfalle auf eventuelle Unregelmäßigkeiten - zum Beispiel zu Zustand, Alter etc. - aufmerksam gemacht wird.

Rechtlich kann man sich durch Einzelvereinbarung von der Haftung freizeichnen. Auch hier gilt aber die Beschränkung, dass Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit weiterhin Ansprüche auslösen. Deshalb sollte auf der Rechnung grundsätzlich darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der Montage um vom Kunden beigestellte Reifen gehandelt hat und im Zweifelsfalle bei Unregelmäßigkeiten in einem Revers festgehalten wird:

"Ich bin darauf hingewiesen worden, dass der Reifen aus folgenden Gründen nicht ordnungsgemäß ist/ nicht auf mein Fahrzeug montiert werden soll (...) - (hier: passende Formulierung wählen und anschließend die Gründe erläutern!). In Kenntnis dieser Hinweise bestehe ich auf die Montage dieser Reifen und verzichte hiermit unwiderruflich auf alle eventuellen Ansprüche, insbesondere Schadensersatzansprüche, die sich aus der Montage dieser nicht ordnungsgemäßen/ nicht passenden Reifen ergeben." Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch noch einmal auf die entsprechenden Abschnitte im BRV-Handbuch "Reifen, Räder, Recht und mehr..." - siehe Stichwörter "Montage angelieferter Reifen" und "Handel mit Gebrauchtreifen".

Darüber hinaus verweisen wir auf den BRV-Leitfaden zur Reklamationsabwicklung, in dem z.B. unter Ziffer 2. Grundlagen ausgeführt wird: "Wichtig ist, dass der Kunde grundsätzlich nur bei seinem Vertragspartner reklamieren kann, also nur dort, wo er die Reifen erworben oder die Dienstleistung bekommen hat. Richtiger Ansprechpartner ist also bei einem Neufahrzeugkauf das Autohaus, im Ersatzgeschäft der Reifenfachhändler." Dies trifft analog selbstverständlich auch auf vom Kunden beigestellte Reifen zu. Das heißt, auch in diesen Fällen muss dort reklamiert werden, wo der Reifen gekauft worden ist - also z.B. beim Internethändler.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)