Fülldruck

Definitionen von verschiedenen Fülldrücken Montagefülldruck (Montageluftdruck)

= der Sicherheits-Höchstluftdruck (Innendruck des Reifens), der notwendig ist, um dem Reifenwulst einen korrekten Sitz auf der Felgenschulter und am Felgenhorn zu verschaf- fen. Er liegt im Allgemeinen über dem Luftdruck, der später im Betrieb des Reifens not- wendig ist. Er darf höchstens das 1 ½ fache des Luftdrucks betragen, der der 100-prozentigen Reifentragfähigkeit (in den Tragfähigkeitstabellen) zugeordnet ist, jedoch nicht mehr als 10 bar!

Ausnahmen: Motorradreifen: höchstens das 1½ fache des Tabellenluftdrucks (Überschreitungen sind bei Vorlage spezieller Empfehlungen der Reifenhersteller zulässig.)

Landwirtschaftsreifen: (Traktor-Triebrad, Traktor-Front und Implement) nicht mehr als 4,5 bar (oder den höchstens für den Reifen angegebenen Tabellenluftdruck, falls dieser höher als 4,5 bar ist). Er darf also den Basisluftdruck (= der in den Tragfähigkeits-/Luftdruckabstufungen ange- benene höchste Tabellendruck) um bis zu 50 Prozent überschreiten, keinesfalls aber 10 bar! Ausnahmen: Motorradreifen: siehe oben Landwirtschaftsreifen: siehe oben

Springdruck (bei der Montage von Pkw-Reifen auf Tiefbettfelgen)

= der Montageluftdruck, der zur Vermeidung von Brüchen des Wulstkerns beim Übersprin- gen des Humps der Felgenschulter (vom Tiefbett kommend) nicht überschritten werdendarf. Er beträgt maximal 3,3 bar. Wird das Überspringen des Humps mit maximal 3,3 bar nicht erreicht, ist der Montage- vorgang zu wiederholen. Achtung: Bei der Montage sind grundsätzlich die vorgeschrie- benen oder zugelassenen Gleitmittel zu verwenden (siehe auch Stichwort "Springdruck").

Setzdruck (bei der Pkw-Reifenmontage auf Tiefbettfelgen)

= der Montageluftdruck, der zur Erzielung des notwendigen Presssitzes und einer festen Anlage an die Felgenhörner, nachdem die Wulste einwandfrei auf den Felgenschultern aufliegen, angewandt werden darf. Er darf jedoch 4 bar nicht überschreiten.

Wulstsitzdruck (bei der Montage von Landwirtschaftsreifen)

= der Montagedruck, der zum Erreichen des korrekten Setzens der Reifenwulste auf die Schrägschultern vom Tiefbett her (nicht schräg und nicht verdreht) nicht überschritten werden darf. Er beträgt maximal 2,5 bar. Wird dies mit den maximal 2,5 bar nicht er- reicht, ist der Montagevorgang zu wiederholen. Erst wenn die Wulste einwandfrei auf den Felgenschultern aufliegen, darf der Druck bis zum höchstzulässigen Montagefülldruck gesteigert werden (siehe auch "Wulstsitz").

Wulstsitz

= Während des Montagevorgangs ist insbesondere bei Tiefbettfelgen schon bei mittleren Luftdrücken darauf zu achten, dass sich die Reifenwulste korrekt - nicht schräg und nicht verdreht - auf die Felgenschultern setzen. Ist das nicht der Fall, so ist der Druck wieder abzulassen, die Reifenwulste sind von den Felgenschultern abzudrücken und der Reifen ist auf der Felge zu verdrehen. Dabei ist der Einstrich mit Gleitmitteln zu kon- trollieren und, wenn erforderlich, zu ergänzen. Erst wenn die Reifenwulste einwandfrei auf den Felgenschultern aufliegen, darf der Druck zur Erzielung des notwendigen Press- sitzes und einer festen Anlage an die Felgenhörner bis zum höchstzulässigen Montage- fülldruck gesteigert werden.

Allgemeines

- Montage-Gleitmittel Bei der Reifenmontage sind grundsätzlich die vorgeschriebenen oder zugelassenen Gleitmittel zu verwenden. -Mehrteilige Felgen Bei mehrteiligen Felgen ist vor Beginn des Füllvorgangs darauf zu achten, dass die Seiten- und Verschlussringe korrekt sitzen.

-Zweiteilige Räder mit geteilten Radscheiben Die Montagevorschriften in der Betriebsanleitung des Rad- bzw. Fahrzeugherstellers sind zu beachten. Bei Nichtbefolgung der Montagevorschriften besteht die Gefahr, dass sich die beiden Radteile beim Luftaufpumpen explosionsartig voneinander trennen. Genauso gefähr- lich ist es, wenn bei der Demontage eines Rades statt der Rad-/Nabenbefestigung die Verbindungsschrauben der Radteile gelöst sind. Aus diesem Grunde wird empfohlen, bei allen Manipulationen am Rad immer zuerst die Luft abzulassen, auch wenn das Rad nur abgenommen werden soll. -Intervallpumpen Der Luftdruck ist stufenweise zu steigern, vor dem Weiterpumpen ist der jeweilige Luft- druck zu prüfen.

-Maximale Montage-Fülldrücke Pkw-Reifen: 3,5 bar Offroad-Reifen: 5 bar Llkw-Reifen: 6 bar GLkw-Reifen: 10 bar AS-Reifen: 3,5 bar Industrie-Reifen: 11 bar

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)