E/ECE-Kennzeichnung Kennzeichnungspflicht für Neureifen

Kennzeichnungspflicht ECE-Kennzeichnungspflicht für Neureifen

Aus aktuellem Anlass (öffentlich kommen jetzt verstärkt Zweirad-, Pkw-, Llkw und Lkw-Reifen in den Reifenfachhandel, für die diese Thematik zutrifft), möchten wir auf die ECE-Kennzeichnungspflicht für Neureifen (Zweirad-, Pkw-, Llkw und Lkw-Neureifen) ab dem Produktionsdatum 1. Oktober 1998 hinweisen. Das heißt alle Zweirad-, Pkw, Llkw und Lkw-Neureifen ab DOT 408 müssen die ECE-Kennzeichnung besitzen!

Montieren Sie Reifen ab DOT 4083, die keine entsprechende ECE-Kennzeichnung besitzen, erlischt die Allgemeine Betriebserlaubnis des Fahrzeuges! Die gesetzliche Grundlage dafür ist der § 36 StVZO, der mit der 26. Verordnung zur Änderung straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften am 4. Juli 1997 vom Bundesrat beschlossen worden ist. (Siehe dazu auch den entsprechenden Abschnitt unter dem Stichwort "ECE- Kennzeichnungspflicht.) Die gesetzlichen Regelungen sind in § 36 StVZO sowie der "Richtlinie für eine einheitliche Reifenkennzeichnung" festgelegt.

Richtlinie für eine einheitliche Reifenkennzeichnung

(1) Die in § 36 Abs. 2b StVZO genannten Reifen, das sind Luftreifen für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h, müssen außer der Fabrik- oder Handelsmarke folgende Aufschriften tragen - Reifennennbreite - Nennquerschnittsverhältnis - Reifenbauart - Felgennenndurchmesser - Tragfähigkeitskennzahl(en) - Symbol(e) der Geschwindigkeitskategorie - Falls zutreffend: TUBELESS, M + S, (M&S, M.S), REINFORCED - Herstellungsdatum (dreistellig, die ersten zwei Ziffern geben die Herstellungswoche, die dritte Ziffer das Herstellungsjahr an). Hinsichtlich Form und Inhalt müssen die Aufschriften dem Abschnitt 3 der ECE-Regelung Nr. 30, Nr. 54 bzw. Nr. 75 entsprechen . Dies gilt auch für solche Reifen, die nicht in ECE- Regelungen aufgeführt sind. Für Reifen mit einer Höchstgeschwindigkeit unter 80 km/h sind die Symbole der Geschwindigkeitskategorie nach der Norm ISO 4209/1 zu verwenden. Bei gestuften Reifen ist statt des Symbols Geschwindigkeitskategorie die Kennzeichnung "MAX 100 km/h" quer durch den Firmennamen zulässig.

Beispiele: a) nach ECE-Regelung Nr. 30: 185/70 R TUBELESS M+S 253

b) nach ECE-Regelung Nr. 54: 250/ 70 R 149/145 J (146/143 L) TUBELESS 257 c) nach ECE-Regelung Nr. 75 100/80 B 18 43 S TUBELESS M+S 258

Dies gilt nicht für Reifen mit anderen in Normen üblichen Bezeichnungen für die Reifengröße gemäß Anlage zu dieser Richtlinie.

* Reifen mit Höchstgeschwindigkeit über 210 km/h ("VR" alt) oder über 240 km/h ("ZR" neu) dürfen hiervon abweichen wenn sie folgende Aufschrift tragen: - Fabrik oder Handelsmarke - Reifennennbreite - Querschnittsverhältnis - Felgendurchmesser - TUBELESS (falls zutreffend) - Herstellungsdatum Die Basistragfähigkeit in "kg" oder "lbs" wird im Regelfall über dem Wulstbereich angegeben.

(2) Absatz 1 gilt entsprechend für erneuerte Reifen. Sie müssen mit dem Symbol "R" oder der Aufschrift "runderneuert" "retread" oder "retreaded" gekennzeichnet sein. Das Erneuerungsdatum ist analog dem Herstellungsdatum anzugeben. (3) Reifen für Höchstgeschwindigkeit über * 210 km/h mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "VR" * 240 km/h mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "ZR" und Reifen für Krafträder mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit über 210 km/h mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "VR" bzw. "V" dürfen abweichend von Absatz 1 bis auf Weiteres folgende Aufschriften tragen: - Fabrik oder Handelsmarke - Reifennennbreite - Querschnittsverhältnis - Felgendurchmesser - TUBELESS (falls zutreffend) - Herstellungsdatum

Beispiel für eine Reifenaufschrift (ohne die Fabrik- oder Handelsmarke): 205/55 ZR 15 TUBELESS 208

(4) Wird bei den Reifenaufschriften von Absätzen 1 bis 3 abgewichen, so ist eine Ausnah- megenehmigung von § 36 Abs. 2b StVZO erforderlich. Sonstige Aufschriften oder Kennzeichnungen auf den Reifen dürfen nicht zur Verwechs- lung mit den vorgeschriebenen Angaben führen. Vorgenannte Angaben beziehen sich nicht auf im Ausland hergestellte Reifen. Importeure von Reifen mit einer von obiger Vorschrift abweichenden Kennzeichnung geben bei Veräußerung zur Verwendung im Geltungsbereich der StVZO eine Bescheinigung bei, damit der Halter und der Fahrzeugführer ggf. die Einigung bzw. die nicht auf den Reifen gekennzeichneten Angaben nachweisen kann.

Die ECE-Regelung Nr. 30 über "Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung der Luftreifen für Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger" ist veröffentlicht im Bundesgesetzblatt ll 1977 S. 513 und 1985 S. 169. Die ECE-Regelung Nr. 54 über "Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung der Luftreifen für Nutzfahrzeuge und ihre Anhänger" ist veröffentlicht im Bundesgesetzblatt ll 1986 S. 718. Die Veröffentlichung der ECE-Regelung Nr. 75 ist in Vorbereitung. Die Norm ISO 4209/1 ist zu beziehen durch Beuth Verlag GmbH, Burggrafenstr. 6, Berlin Eine Vorführung bei einem amtlich anerkannten Sachverständigen ist nicht erforderlich, wenn die Angaben der Bescheinigung denen in den Fahrzeugpapieren entsprechen. Die Bescheinigung ist in diesem Fall mitzuführen. Die Reifen können auch unter Hinweis auf die Bescheinigung in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)