Dimensionsbezeichungen - Serie 80/82 - Verwendung von Reifen für Pkw mit anderen als in den Fahrzeugpapieren angegebenen Größenbezeichnungen

Dimensionsbezeichnungen Ersatz der Serie "82" durch Serie "80"

Neben Reifen der Serie "82" (z.B. 155 R 13) existieren auch Reifen der Serie "80" (z.B. 155/80 R 13). Da die Reifen beider Serien in den Grundabmessungen nahezu identisch sind, kann - entsprechend einer Verkehrsblattverlautbarung - eine Serie "82"-Reifen durch einen "80"er Reifen ohne Änderung bzw. Ergänzung der Fahrzeugpapiere ersetzt werden, wenn * im Fahrzeugschein Reifen der Serie "82" eingetragen sind * Load- und Speedindex den Angaben im Fahrzeugschein entsprechend bzw. höherwertig sind. Das bedeutet: Ein Fahrzeug (meist älteren Baujahrs) mit "82"er-Reifen im Kfz-Schein kann sowohl mit Reifen der Serie "82" als auch der Serie "80" bereift werden.

Seit 1990 ist durch das Bundesministerium für Verkehr im Rahmen des § 36 StVZO (Anhang 9) auch die Montage "in der Gegenrichtung" erlaubt, d.h. Fahrzeuge mit der Serie "80" im Kfz- Schein können auch mit der Serie "82" bereift werden.

Verwendung von Reifen für Personenkraftwagen mit anderer als der in den Fahrzeugpapieren angegebenen Größenbezeichnungen

Nach der Verkehrsblattverlautbarung "Erlöschen der Betriebserlaubnis durch Änderungen am Fahrzeug; Beispielkatalog" (StV 2/36.18.13 vom 8. August 1973, VkBI 173 S. 662) erlischt die Betriebserlaubnis eines Fahrzeuges nicht, wenn auf Reifen einer höheren Tragfähigkeitsklasse oder eines höheren Geschwindigkeitsbereiches, jedoch bei sonst gleicher Größenbezeichnung umgerüstet wird. Bei der Umrüstung auf Reifen anderer Größenbezeichnungen kann von einer Verwendung gleichartiger Reifen gesprochen werden, wenn feststeht, dass die Reifen anderer Größenbezeichnungen keine nachhaltigen Auswirkungen auf die Fahrsicherheit des Fahrzeuges haben können. Bei der Umrüstung von Reifen für Personenkraftwagen auf solche anderen Größenbezeichnungen gilt Folgendes: 1. Mit der Verordnung vom 17. Juni 1997 (BGBI ll, Seiten 513, 636) trat die international geltende ECE-Reglung Nr. 30 über "Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung der Luftreifen für Kraftfahrzeuge und ihre Anhänger" nach dem "Übereinkommen vom 20. März 1958 über die Annahme einheitlicher Bedingungen für die Genehmigung der Ausrüstungsgegenstände und Teile von Kraftfahrzeugen und über die gegenseitige Anerkennung der Genehmigung" für die Bundesrepublik in Deutschland in Kraft. Reifen, die nach der Regelung Nr. 30 genehmigt worden sind, unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Aufschrift von den Reifen, die früher hergestellt wurden und auch in einem längeren Übergangszeitraum noch hergestellt, verkauft und verwendet werden können.

Die Aufschrift der Reifen, die nach der Regelung Nr. 30 genehmigt werden, unterschei- det sich bei Radialreifen von der bisherigen Aufschrift dadurch, dass die Höchstge- schwindigkeit der Reifen, die bisher durch die Kennbuchstaben S, H oder V und eventuelle Zusätze (z.B. SR reinforced) für die Geschwindigkeitsklasse in Verbindung mit dem Kennbuchstaben R für die Radial-Gürtelbauart der Reifen zwischen Reifenbreite und Felgendurchmesser angegeben wurde, nunmehr durch ein Symbol für die Geschwindigkeitskategorie nach dem Felgendurchmesser angegeben und durch eine Tragfähigkeitsziffer ergänzt wird. Auszug aus der Tabelle der Geschwindigkeitskategorien (ECE-Regelung Nr. 30 in der Fassung der 1. Ergänzung zur Änderung 02)

Symbol der Geschwindigkeitsklasse Höchstgeschwindigkeit P 150 Q 160 R 170 S 180 T 190 U 200 H 210 V 240

Auszug aus der Liste der Tragfähigkeitsziffern (ECE-Regelung Nr. 30): Tragfähigkeitsziffern entsprechende Höchstlast in kg 81 462 82 475 83 487 84 500 85 515 86 530 87 545 88 560 89 580 90 600

Nach einer Mitteilung des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (WdK) weisen Reifen, die eine Aufschrift nach der Bezeichnung der Regelung Nr. 30 tragen, die gleiche oder eine höhere Tragfähigkeit aus Reifen, die nach den bisherigen Normen - ohne Angaben der tragfähigkeit - gekennzeichnet sind. Hinsichtlich der Erneuerung der Betriebserlaubnis (§ 19 Abs. 2 StVZO) und der Berichtigung der Fahrzeugpapiere (§ 27 Abs. 1 StVZOP) bemerke ich folgendes: Es bestehen keine Bedenken gegen den Ersatz von Reifen mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "SR" oder "HR" nach alter Art durch mit der Aufschrift nach der Regelung Nr. 30, sofern die Reifen in den Reifengrößenbezeichnungen übereinstimmen und derselben oder einer höheren Geschwindigkeitskategorie oder höheren Tragfähigkeitsklasse angehören. Eine Eintragung in die Fahrzeugpapiere nach § 27 Abs. 1 StVZO ist nicht erforderlich. Beispiel:

Größenbezeichnung der Bereifung lt. Fahrzeugpapieren 185/70 HR 14 165 SR 15 reinforced

Bezeichnung der Bereifung nach ECE-Regelung Nr. 30 185/70 R 14 86 H 165 R 15 90 R REINFORCED

Zu beachten ist dabei, dass für die prüfung der Gleichwertigkeit der Reifen die in den Fahrzeugpapieren aufgeführten Angaben zur Bereifung heranzuziehen sind und nicht die unter Ziffer 6 im Fahrzeugschein angegebenen bauartbestimmte Höcjstgeschwindigkeit des Fahrzeugs, die gelegentlich auch niedriger sein kann als für die Reifen festgelegten Geschwindigkeitskategorien. Die folgende Übersicht zeigt einen Vergleich der Einleitung der Geschwindigkeitskategorien der Regelung Nr. 30 mit der bisherigen Reifenbezeichnung der Radialreifen.

Geschwindigkeitsbez. Symbol der Geschwindigkeitskat. Höchstgeschw. alter Art für Gürtelreifen nach der regelung Nr. 30 der Reifen km/h in Radialbauart SR reinforced M + S* P 150 SR M + S Q 160 SR reinforced R 170 SR S 180 HR H 210 *SR reinforced M + S Reifen für Felgen mit Durchmesserbezeichnung 16 (z.B. 205 SR 16 reinforced M + S) haben eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h und das entsprechende Geschwindigkeitssymbol Q.

In einer Übergangszeit können Reifen neben alten und neuen auch Bezeichnungen tragen, die aus einer Mischung der Aufschrift bestehen. Die bisherige Reifenbezeich- nung wird dabei um die Tragfähigkeitskennziffer und das Symbol der Geschwindigkeits- kategorie der Regelung Nr. 30 ergänzen. Im Einzelnen wird auf die DIN 7803 Teil 5, Ausgabe Dezember 1985, verwiesen.

Beispiel 2: Größenbezeichnung der Übergangsweise zulässige Bezeichnung Bereifung lt. Fahrzeugpapieren der Bereifung nach DIN 7803 Teil 5 auf auf dem Reifen

175 SR 14 M+S 175 SR 14 M+S oder 175 SR 14 M+S 88 Q oder 175 R 14 88 QM+S 165 SR 13 165 SR 13 oder 165 SR 13 82 S oder 165 R 13 82 S 185/70 HR 14 185/70 HR 14 oder 185/70 R 14 86 H oder 185/70 R 14 86 H Reifen, die zusätzlich mit dem Kennbuchstaben "P" vor der Größenbezeichnung gekennzeichnet sind, sind nicht zu beanstanden, wenn sei eine Bezeichnung nach der Regelung Nr. 30 mit der Tragfähigkeitskennziffer und dem Symbol der Geschwindigkeits- kategorie tragen.

2. Mit dem 1.10.1998 trat die Ergänzung zur Anderung 02 der ECE-Regelung Nr. 30 über "Einheitliche Vorschriften für die Genehmigung von Luftreifen für Kraftfahrzeu- ge und ihre Anhänger" in Kraft. Mit dieser Ergänzung wird der Geltungsbereich der ECE-Regelung Nr. 30 auf Reifen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 240 km/h er weitert. Diese Reifen werden mit dem Geschwindigkeitssymbol "V" gekennzeichnet (z.B. 225/55 R 14 91 V). Nach einer Mitteilung der Technischen Organisation der Europäischen Reifen- und Felgenhersteller (ETRTO) ist die Produktion von Reifen mit der Geschwindigkeitsbe- zeichnung "VR" (z.B. 165/ VR 15), die für Höchstgeschwindigkeiten über 210 km/h bestimmt waren, zum Teil ausgelaufen. Für Reifen mit einer Geschwindigkeit über 210 km/h wird künftig die Geschwindigkeitsbezeichnung "ZR" verwendet (z.B. 265/40 ZR 17)

Da Reifen mit der Bezeichnung "VR" zum Teil ausgelaufen sind, diese Bezeichnung jedoch in den Fahrzeugpapieren eingetragen ist, gebe ich nachstehende Verlautbarung bekannt. Hinsichtlich der Erneuerung der Betriebserlaubnis (§ 19 Abs. 2) und der Berichtigung der Fahrzeugpapiere (§ 27 Abs. 1) bei der Verwendung von Reifen mit dem Geschwindigkeitssymbol "V" bzw. der Geschwindigkeitsbezeichnung "ZR" anstatt der in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Reifen mit der Geschwindigkeitsbezeich- nung "VR" ist wie folgt zu verfahren:

2.1 Es bestehen keine Bedenken gegen den Ersatz von Reifen mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "VR" durch Reifen mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "ZR". Dabei müssen jedoch die in den Fahrzeugpapieren ggf. bestehenden Einschränkungen - Typ und Profil des Reifens, in der Allgemeinen Betriebserlaubnis zugelassene Reifenhersteller - beachtet werden. Eine Änderung der Fahrzeugpapiere nach § 27 Abs. 1 ist nicht erforderlich. 2.2 Bei Personenkraftwagen mit einer bauartbestimmten Höchstgeschwindigkeit bis 230 km/h laut Angabe unter Ziffer 6 der Fahrzeugbeschreibung in den Fahrzeugpa- pieren dürfen die Reifen mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "VR" auch durch Reifen mit dem Geschwindigkeitssymbol "V" ersetzt werden, soweit in den Fahrzeugpapieren unter der Ziffer 20-23 bzw. 33 keine Einschränkung - Typ und Profil des Reifens, bestimmte Hersteller - aufgeführt sind. Eine Änderung der Fahrzeugpapiere ist nicht erforderlich.

2.3 In allen übrigen Fällen, insbesondere wenn keine nach der Nummer 2.1 geeigneten Reifen mit der Geschwindigkeitsbezeichnung "ZR" verwendet werden können, erlischt die Betriebserlaubnis des Fahrzeuges. Nach einer solchen Änderung hat der Verfügungsberechtigte eine erneute Betriebserlaubnis unter Beifügung des Gutachtens eines amtlich anerkannten Sachverständigen oder Prüfer für den Kraftfahrzeugverkehr, für dass die Einbringung einer Fahrzeugherstellerbescheini- gung zweckmäßig ist, über den vorschriftsgemäßen Zustand zu beantragen (§ 19 Abs. 2). Sind nach den Fahrzeugpapieren Reifen mit dem Geschwindigkeitssymbol "V" bzw. der Geschwindigkeitsbezeichnung "ZR" vorgeschrieben und Reifen mit der Bezeich- nung "VR" nicht ausdrücklich zusätzlich zugelassen, dürfen Reifen mit der Bezeich- nung "VR" nicht verwendet werden.

3. Gemäß § 36 Abs. 2b StVZO müssen Reifenhersteller und Reifenerneuerer Luftreifen für Fahrzeuge mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h mit ihrer Fabrik- oder Handelsmarke sowie mit Angaben kennzeichnen, aus denen Reifengröße, Reifenbauart, Tragfähigkeit, Geschwindigkeitskategorie, Herstellungs- bzw. Reifenerneuerungsdatum hervorgehen. Die Art und Weise der anzubringenden Angaben sind im VkBI 1989, S. 112 als "Richtlinie für eine einheitliche Reifenkennzeichnung" bekanntgegeben worden. Nach dieser Richtlinie müssen die Reifen zur Angabe der Reifengröße und Reifenbauart die folgenden Aufschriften tragen: - Reifennennbreite - Nennquerschnittsverhältnis - Reifenbauart - Felgennenndurchmesser

Hinsichtlich Form und Inhalt müssen die Aufschriften dem Abschnitt 3 der ECE-Rege- lung Nr. 30, Nr. 54 bzw. Nr. 75 entsprechen. Danach ist die Reifenbreite in Millimetern und das Querschnittverhältnis als Regelbezeichnung genannt. Einige Reifentypen sind ausgenommen. Das bedeutet, dass z.B. bei den Personenkraftwagenreifen in Radialbauart der sogenannten Serie "82" die Angaben des Querschnittsverhältnisses fehlt. Es besteht das Ziel, von den nach der oben genannten Richtlinien für eine einheitliche Reifenkennzeichnung zulässigen Ausnahmen zu gegebener Zeit freizukommen und alle Reifengrößen mit der Regelbezeichnung zu versehen. Nach einer Mitteilung des wdk kann ein erster Schritt in der Umstellung und dem Ersatz von den bisherigen Millimeterreifen der sogenannte Serie "82" durch Reifen mit einem Höhen-Breitenver- hältnis von 80, sogenannte Serie "80", bestehen. Technische Schwierigkeiten bei dieser Umstellung ergeben sich nicht. Die Konstruktions- und Betriebsmaße der Reifen der Serie "82" und der Serie "80" sind praktisch identisch. Die Tragfähigkeiten der Reifen der Serie "80" sind nach der derzeitigen Normung der Technischen Organisation der europäischen Reifen- und Felgenhersteller (ETRTO) gleich oder höher als diejenigen der gleichgroßen Reifen der sogenannten Serie "82", sie sind in jedem Fall durch die Tragfähigkeitskennzahl auf dem Reifen codierten.

Da Reifen der Serie "80" in Zukunft auch dort als Ersatz für die Millimeterreifen der sogenannten Serie "82" angeboten und eingesetzt werden, wo die Millimeterbezeichnung ohne Angaben eines Querschnittsverhältnisses in den Fahrzeugpapieren eingetra- gen, gebe ich nach Anhörung der zuständigen obersten Landesbehörden nachste- hende Verlautbarung bekannt: Es bestehen keine Bedenken gegen die ersatzweise Verwendung von Reifen der Serie "80" anstelle von Millimeterreifen der sogenannten Serie "82", wenn die Reifen die gleiche Reifennennbreite, die gleiche Reifenbauart und den gleichen Felgen- durchmesser haben und die Tragfähigkeitskennzahl des neuen Reifens der Serie "80" gleich oder höher ist als diejenige des ersetzten Reifens der sogenannten Serie "82".

Beispiel: Größenbezeichnung der Bezeichnung der Bereifung der Serie "80" Bereifung lt. Fahrzeugpapieren

175 R 14 88 H 175/80 R 14 88 H In diesen Fällen ist eine Erneuerung der Betriebserlaubnis (§ 19 Abs. 2) und eine Berichtigung der Fahrzeugpapiere (§ 27 Abs. 1) nicht erforderlich.

4. Wegen der technischen Beurteilung der Reifen wird auf die Richtlinie für die Beurtei- lung von Luftreifen vom 29. August 1980 verwiesen.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)