Alter von Reifen: An sogenannten Standfahrzeugen

Reifenalter: Standvermögen vor Ort gefragt!

In Trends & Facts Nr. 8 vom Dezember 2002 (Seite 39-43) hatten wir Sie ausführlich über den Stand unserer Auseinandersetzungen zum Thema "Reifenalter" mit den Automobilclubs informiert, Ihnen aber gleichzeitig versichert, Sie über den Fortgang der Dinge auf dem Laufenden zu halten. Dem kommen wir hiermit gerne nach: Grundlage aller Diskussionen (mit AvD, ACE etc.) und der entsprechenden Veröffentlichungen, die wir in einer Vielzahl von Ihnen übermittelt bekommen haben, war und ist das Urteil des Amtsgerichtes Worms von 1992. Dieses ist ebenso wie die Gesamtthematik Reifenalter mittlerweile einer rechtlichen Beurteilung durch unseren Verbandsjustiziar, Herrn Dr. Wiemann, unterzogen worden. Sein aktuelles Statement hierzu finden Sie auf den folgenden Seiten.

Nur soviel sei an dieser Stelle gesagt: auch Dr. Wiemann hält das Urteil inhaltlich/fachlich für "falsch" und sieht darüber hinaus keine maßgeblichen Auswirkungen auf eine entsprechende Rechtsprechung. Damit bleibt es bei unserer Aussage, dass wir gegebenenfalls daraus entstehenden neuen rechtlichen Auseinandersetzungen gelassen entgegensehen, so uns der betroffene Mitgliedsbetrieb involviert und auf die Hinzuziehung eines öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen für Reifen besteht. Trotzdem handelt es sich hierbei um ein rechtskräftiges Urteil und im Rahmen der existenten Meinungsfreiheit kann es "jeder" für seine Argumentation und Empfehlungen verwenden. Vor diesem Hintergrund bitten wir um Verständnis, dass wir zur Zeit nicht beabsichtigen (wie das von einer Reihe von Mitgliedern gefordert wurde), irgendwelche rechtliche Schritte zu unternehmen. Wir denken, dass wir dadurch nur dem einen oder anderen "Profilierungssüchtigen" (Journalisten etc.) ein weiteres Forum bieten würden, eine falsche Meinung einem noch größeren Publikum zugängig zu machen. Für uns kommt es jetzt vielmehr darauf an, dass auch unsere Mitglieder vor Ort bei konkreten Reklamationen Standvermögen zeigen, indem sie diese unter Bezugnahme auf die einschlägigen BRV-Unterlagen (Poster, Flyer etc.) auch tatsächlich ablehnen. Zeigt sich der Kunde nicht kompromissbereit, sollten Sie es auf eine Auseinandersetzung entweder vor der Schiedsstelle des BRV (Mitglieder der Schiedskommission sind ja auch Vertreter des ADAC und des TÜV!) oder - mit Unterstützung des BRV - vor einem Gericht ankommen lassen.

Zudem fordern wie Sie nochmal eindringlich auf, das Thema Reifenalter selbst aktiv gegenüber Ihren Kunden zu kommunizieren. Sie können die erwähnten Unterlagen (Poster, Flyer und Argumentationshilfe) nach wie vor in der BRV-Geschäftsstelle anfordern (siehe hierzu das Bestellformular unter dem Stichwort "Kommunikation" im Register). Das Thema wird uns sicherlich auch wieder in der kommenden Umrüstsaison beschäftigen! Selbstverständlich werden wir nach wie vor auch versuchen, mit den betreffenden Automobilclubs, Nachrichtenagenturen etc. auf "interner Ebene" Gespräche zu diesem Thema zu führen und zum Konsens zu kommen. Gegenwärtig werden zum Beispiel Überlegungen angestellt, gegebenenfalls durch die bzw. mit den Reifenhersteller/n einen Workshop durchzuführen, um die entsprechenden Sach- und Fachargumente mit den Automobilclubs, Technischen Diensten etc. auszutauschen.

Übrigens haben mittlerweile alle an der BRV-Aktion "Reifenalter" beteiligten Reifenhersteller uns gegenüber nochmals verbindlich erklärt, dass sie nach wie vor uneingeschränkt zu den im Rahmen dieser Aktion gemachten Aussagen stehen - insbesondere der, dass ein bis zu 5 Jahren sachgemäß gelagerter Reifen der Spezifikation eines Neureifens entspricht, damit in seiner Verwendungstauglichkeit nicht beeinträchtigt und deshalb als neuwertig anzusehen ist.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)