Achsvermessung bei Nutzfahrzeugen

Interessante Kosten-Nutzen-Rechnung

Dass Sparen am falschen Ende - speziell bei sicherheitsrelevanten Komponenten des Kraftfahrzeugs - teuer werden kann, sollte jeder Reifenfachhändler gegenüber seinen privaten wie gewerblichen Kunden gezielt als Argument nutzen.

Speziell für Reifenspezialisten, die in ihrer Angebotspalette Achsvermessungen und -einstellungen für Nutzfahrzeuge bieten, sind folgende Hintergrundinformationen interessant, weil sie diese Serviceleistung argumentativ stützen können. Grundsätzlich gilt: Wenn ein Nutzfahrzeug mit falsch eingestellten Rädern und Achsen fährt, so ergibt sich ein erhöhter Rollwiderstand. Die Folge sind erhöhter Reifenverschleiß und Kraftstoffverbrauch. Hinzu kommt zusätzlicher Verschleiß an Lenkungen, Buchsen, Lagern, Federn usw., da der Fahrer ständig gegenlenken muss.

Als führender Hersteller im Bereich von Achsvermessungs- und Richtsystemen hat die Josam Richttechnik GmbH die Auswirkungen falsch eingestellter Sattelzug-Achsen für die in Europa gebräuchlichste Fahrzeugkombination - 2-Achs-Sattelzugmaschine und 3-Achs-Auflieger - konkreter untersucht und kam dabei zu folgenden Ergebnissen: Bei einem optimal eingestellten Fahrzeug kann man von einem Durchschnittsverbrauch von 30 Litern Diesel auf 100 km ausgehen. Versuchsweise wurden nun die Achsen des Sattelzuges um 10 mm/m parallel schräg gestellt. Als Folge erhöhte sich der Kraftstoffverbrauch um 4,3 Prozent auf 31,3 Liter/100 km. Hinzu kam ein "Schräglauf", wobei die zulässige Fahrzeugbreite überschritten wurde. Bei unparalleler Schrägstellung der Achsen um 10 mm/m war der Kraftstoffverbrauch mit 35,6 Litern/100 km sogar um 18,7 Prozent höher als bei korrekter Achseinstellung. In beiden Fällen führt die mangelnde Achsparallelität zudem zu erhöhtem Reifenverschleiß.

Basierend auf diesen Untersuchungsergebnissen hat Josam folgende konkrete Kosten-Nutzen- Rechnung aufgestellt: 1. Reifenverschleiß: Prämissen: Obige Fahrzeugkombination benötigt nach 150.000 km einen neuen Satz Reifen; dieser kostet ca. 3.730,- EUR. Erfahrungswerte zeigen, dass die richtige Achs- und Radeinstellung die Laufleistung um 20 % erhöht. Daraus ergibt sich ein Ersparnispotenzial von 745,- EUR im Jahr.

2. Kraftstoffverbrauch: Prämissen: Durchschnittsverbrauch bei optimal eingestellten Achsen 30 Liter/100 km, also bei einer Gesamtleistung von 150.000 km/Jahr insgesamt 45.000 Liter Kraftstoff. Ein nicht korrekt eingestelltes Fahrzeug hat einen Mehrverbrauch von mindestens 4 %. Folge: Ersparnispotenzial von 1.800 Liter/Jahr, das sind bei einem Preis von 0,85 EUR/Liter 1.530,- EUR im Jahr. Daraus folgt ein Gesamtersparnispotenzial Reifen/Kraftstoff von 2.275,- EUR/Jahr, dem der entsprechende Aufwand für die Achsvermessung und -einstellung gegenüberzustellen ist.

Nach Angaben von Josam kosten diese Arbeiten in der Regel um die 420,- EUR, so dass sich für den Fahrzeughalter unter dem Strich immer noch eine Einsparung von rund 1.855,- EUR ergibt. Fazit: Natürlich dürfen diese Zahlen - so handfest sie auf den ersten Blick auch scheinen mögen - nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich um eine Beispielrechnung handelt, der ganz bestimmte Prämissen zugrunde gelegt wurden. Dennoch meinen wir, dass diese Art der Argumentation ein guter Ansatz für das Gespräch mit dem Kunden ist. Geht man davon aus, dass die in obiger Rechnung angesetzten Einsparmöglichkeiten von 20 % beim Reifenverschleiß und mindestens 4 % in punkto Kraftstoffverbrauch realistische Erfahrungswerte sind, so lässt sich die Rechnung anhand der kundenspezifischen Laufleistungs- und Durchschnittsverbrauchswerte, der tatsächlichen Kosten für einen neuen Reifensatz sowie der jeweils aktuellen Kraftstoffpreise ohne großen Aufwand für jeden Nutzfahrzeughalter individuell aufmachen.

(Quelle:Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V.)